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Gute Vorsätze – ein Gedicht für den Januar
Poesie & Reime · Jahresanfang zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Wenn der Januar ehrlicher ist als der Kalender
Der Jahreswechsel ist laut. Der Januar dagegen leise.
Kaum sind die Lichterketten verschwunden und der Christbaum entsorgt, stehen sie im Raum: die guten Vorsätze. Manche voller Hoffnung. Andere schon mit einem leisen Zweifel versehen.
Dieses Gedicht ist kein Spott über Neujahrsvorsätze. Es ist ein augenzwinkernder Blick auf den Moment danach – wenn Anspruch und Alltag sich wieder begegnen.
📖 Das Gedicht: „Gute Vorsätze“
Hinweis: Lies es langsam. Vielleicht erkennst du dich in der einen oder anderen Zeile wieder.
Gute Vorsätze
Der Christbaum, der geleuchtet helle,
liegt schon auf der Entsorgungsstelle.
Der Jahresrückblick ist verblasst,
der Forecast steht schon, als Kontrast.
Silvester hab’n wir’s krachen lassen,
wer wollt’ schon diesen Spaß verpassen!
So manches Vorhaben uns freut.
Manch andres uns bald wieder reut.
Wer jeden Tag im See wollt schwimmen,
lässt Trock’nes jetzt den Tag bestimmen.
Wer sein Gewicht wollt’ reduzieren,
müsste erst Süßes ignorieren.
Ist es den Aufwand wirklich wert?
Darf ich nicht leben unbeschwert?
Wer sich das fragt im Januar,
fang’ nochmal an im Februar!
© Irmgard Rosina Bauer
aus: Das Buch für alle Tage, BoD, Norderstedt, 2023
Dieses Gedicht habe ich auch auf YouTube eingesprochen, im Video „11 Monate in knackigen Reimen„. Hör es dir gerne an und leite es weiter – ich freu mich drüber!
Zwischen Selbstoptimierung und Milde
Der Januar ist ein Monat voller Erwartungen – oft fremder Erwartungen. Dieses Gedicht erinnert daran, dass Veränderung nicht an einem Datum beginnt.
Manches darf warten. Manches darf bleiben. Und manches darf man im Februar noch einmal freundlich neu betrachten.
Manche Gedanken begleiten länger. Aus solchen Texten entstehen bei mir Gedichte, Audios und kleine Sammlungen – für unterwegs oder ruhige Momente. Dieses Gedicht gehört zur Kategorie Poesie & Reime.

