Kategorie: Gedanken & Miniaturen

Literarische Gedanken, Beobachtungen und kurze Texte über das Leben. Essays, Kolumnen, Miniaturen und leise Reflexionen zwischen Alltag, Unterwegssein und innerer Bewegung.

  • Partnerwahl unbewusst geprägt? Eine Geschichte

    Viele Menschen fragen sich, warum ihre Partnerwahl unbewusst geprägt ist – und ob frühe Bilder aus der Kindheit dabei eine Rolle spielen.

    Kurzgeschichte · Lesung auf YouTube

    Manche Bilder begleiten uns länger, als wir ahnen.
    Diese Geschichte erzählt von einem Werbeschild auf einem Gästeklo –
    und davon, wie früh sich unsere Sehnsucht formt, ohne dass wir es merken.

    Vielleicht hast du dich selbst schon gefragt, warum dich bestimmte Menschen immer wieder anziehen. Ob es Zufall ist – oder ob etwas in uns längst eine Richtung vorgibt.

    Märchenhafte Frau im blauen Prinzessinnenkleid mit Zauberstab im verwunschenen Wald – Symbolbild für Märchen, Illusion und Werbeversprechen in „Lisa und das Werbeblech“.
    Märchenhafter junger Mann im blauen Gewand mit rotem Umhang hält einen leuchtenden Kristall im verwunschenen Wald – Symbol für Verführung, Macht und Werbeillusion in „Lisa und das Werbeblech“.

    Warum unsere Partnerwahl unbewusst geprägt ist

    Wir glauben gern, wir würden frei wählen. Rational. Erwachsen. Und doch wirken Bilder, Stimmungen und frühe Eindrücke oft leiser, aber nachhaltiger als jede bewusste Entscheidung.

    Diese Kurzgeschichte nähert sich dem Thema nicht erklärend, sondern erzählend – über ein Bild, das blieb.

    🎧 Die Geschichte als Hörfassung

    „Lisa und das Werbeblech“ gibt es auch als Lesung auf meinem YouTube-Kanal. Beim Zuhören entstehen oft neue Verbindungen – zwischen Text, Erinnerung und eigener Erfahrung.

    👉 Hörfassung auf YouTube: https://youtu.be/UimHhLtY2L8?si=ylarnV4we3P9h2gP

    📖 Der Text: „Lisa und das Werbeblech“

    Hinweis: Der folgende Text ist eine literarische Kurzgeschichte. Lies sie – oder hör sie dir an.

    Originaltext

    © Irmgard Rosina Bauer

    Lisa und das Werbeblech

    Wenn man bei uns im Försterweg auf dem Gästeklo saß, konnte man sich mangels anderer Ablenkung eingehend mit dem Werbeblechschild an der Stirnwand beschäftigen. Werner hatte es von einem Spirituosenhändler geschenkt bekommen. An dieser Wand im Haus war noch Platz, und dort also hängten wir es auf. Das Blechbild hatte DIN-A2-Größe und zeigte einen Schnappschuss: Meer, weit und breit nur stürmisches Meer, Seenot, man ahnte die zerbrochenen Schiffsplanken ringsherum. Mitten in tobenden Wellen ein Männerkopf, der gerade nach Luft japsend aus dem Wasser auftauchte. Er müsste verzweifelt sein, ist es aber nicht: In seinen Augen sprühen Freudenfunken, denn, siehe da, nur wenig von ihm entfernt schwimmt die typisch grüne, typisch kugelrunde Flasche »ABC« Kräuterlikör. Die Werbebotschaft war eindeutig: ABC, du bist meine Rettung!

    Der Kopf des Mannes, der vorm Schiffbruch gerettet wurde, war schmal, fast hager, die nassen Haare ans Gesicht geklatscht, sein Bart tropfte. Die dunkelgrauen Augen blickten klar und lebhaft unter hoher Stirn und gewölbten Augenbrauen aus dem tosenden Meer.

    Manche Bilder prägen uns, ohne dass wir es merken.

    Bei einem der Umzüge in den folgenden Jahren beschloss ich, das Werbeblech fände keinen Platz mehr im neuen Haus, und es wurde entsorgt. Das Bild aber …

    Die Erde lief seither viele Male um die Sonne. Tschernobyl und der Golfkrieg beunruhigten die Menschen, der Fall der Berliner Mauer und die Wende in den Oststaaten veränderten das Weltbild, Millennium und die Weltwirtschaftskrise machten viel von sich reden, Saddam Hussein und Osama Bin Laden verließen diese Welt, die Abiture der Kinder sowie Ehekrisen beschäftigten die Familie, mehrere Geburtstage nullten sich und die Phase wechselnder Partner unserer Kinder ging über in die Phase fester Beziehungen. Meine erwachsenen Kinder begannen schon in Nostalgie zu schwelgen, und mir wurden erste Enkel geboren.

    Die Zeit vergeht – Bilder bleiben.

    An verregneten Sonntagen traf sich die Großfamilie manchmal zu Diashows. Mit Kinder- und Familienfotos von früher.

    »Oh, war das damals schön, als wir noch Kinder waren und im Försterweg wohnten!«

    An jenem Sonntag waren nur Lisa und ihre Brüder Markus und Benjamin anwesend, alle drei ohne Partner. Der knusprige Sonntags-Schweinsbraten war soeben mit viel Oh! und Hm! und Fein! und ebenso vielen Semmelknödeln verschlungen worden, die Küche war wieder sauber und auf der Leinwand erschienen schon Kinderbilder aus eben jener Försterweg-Zeit.

    Dann wurde es plötzlich still.

    Das Dia zeigte die etwa achtjährige Lisa, die sich auf dem Gästeklo neben dem ABC-Werbeblech positioniert hatte und fröhlich in die Kamera winkte.

    »Der sieht doch aus wie Tommy!«, brach es da aus Markus heraus.

    Wieder Stille.

    Ja, die Ähnlichkeit zu Tommy war nicht zu übersehen.

    »Ich hab mich nicht getraut, das zu sagen«, grinste Benjamin.

    »Das gibt’s doch nicht! Lisa hat sich den Mann vom Werbeblech geangelt!«

    Vielleicht suchen wir unser Leben lang ein Bild.

    Sie ist nun schon seit drei Jahren mit Tommy zusammen. Ein Enkel ist unterwegs.

    Vielleicht sollte ich Tommy, unserem Märchenprinzen, mal eine Flasche ABC-Kräuterlikör mitbringen!

    Nachdenkliches Mädchen im schlichten Pullover blickt ernst in die Kamera – Symbolbild für Kindheit, Prägung und frühe Werbewirkung im Blog „Lisa und das Werbeblech“.

    Partnerwahl: Zufall oder frühe Prägung?

    Diese Geschichte beantwortet nichts endgültig. Aber sie zeigt, wie tief frühe Bilder wirken können – manchmal ein Leben lang.

    Weiterlesen im Themenraum

    Passende Texte findest du hier: Familie & Generationen · Arbeit, Wandel & Sinn


    Einige dieser Geschichten gibt es auch als Hörfassungen und Sammlungen – für Menschen, die lieber zuhören als erklären.

  • Ein neues Jahr beginnt – und ich sage schon jetzt Danke

    Ein neues Jahr beginnt – und ich sage schon jetzt Danke

    Der 2. Januar ist für mich kein Tag für große Vorsätze.
Er ist ein Tag zum Innehalten, Sortieren und Dankbarsein.
    Zwischen den Jahren habe ich mir Zeit genommen – nicht für To-do-Listen, sondern für Bilder. Für Erinnerungen. Für das, was war und weiterwirken darf.

    Mein Visionboard zum Jahreswechsel

    Am 31. Dezember habe ich mir ein Visionboard gestaltet.
Nicht aus fremden Zeitschriften, sondern aus meinen eigenen Lieblingsfotos des vergangenen Jahres.
    Fotos von Wegen, Begegnungen, Momenten, die mich berührt haben.
Bilder, die mir zeigen, was mir wichtig ist, auch wenn ich es im Alltag manchmal vergesse.
    Dieses Visionboard ist kein Zielplan.
Es ist eine Erinnerung an meine innere Richtung.

    Danke sagen – schon am Jahresanfang

    Der Januar meines Lebensziele-Kalenders 2026 steht unter dem Zeichen des Dankes.
Nicht am Jahresende – sondern gleich zu Beginn.
    Danke für das, was war.
Danke für Erfahrungen, auch für die unbequemen.
Danke für das Leben, so wie es sich gezeigt hat.
    Dankbarkeit klärt den Blick.
Sie macht nicht blind für Wünsche – sie macht sie ehrlicher.

    Lebensziele brauchen keine Hast

    In meinem Kalender-Seminar 2026 lade ich dazu ein, jeden Monat eine stille Frage zuzulassen.
Keine Leistung, kein Druck, kein „Ich müsste“.
    Im Dezember geht es um das Visionboard.
 Im Januar um das bewusste Danke-Sagen.
    Beides gehört zusammen:
 das Erinnern 
– und das Ausrichten
    Lebensziele entstehen nicht aus Eile, sondern aus Aufmerksamkeit.

    Was mich ins neue Jahr trägt

    Wenn ich heute, am 2. Januar, auf mein Visionboard schaue, spüre ich:
 Ich muss nicht neu anfangen.
I ch darf weitergehen.
    Mit dem, was sich bewährt hat.
 Mit dem, was wachsen will.
 Und mit der Erlaubnis, mir Zeit zu lassen.

    Vielleicht magst du dir in diesen Tagen auch einen Moment nehmen –
 für Bilder, für Dankbarkeit, für deine eigene leise Richtung.

    Der Lebensziele-Kalender ist eine Einladung, sich selbst übers Jahr hinweg nicht zu verlieren.
Monat für Monat. Frage für Frage.

    Titelseite des Lebensziele-Kalenders 2026 mit dem Titel „Kalender-Seminar – Klare Lebensziele finden“

    Wenn du magst, schau ihn dir hier ein wenig genauer an. Du kannst ihn dir herunterladen und digital nutzen – jeden Monat ein weiterer Impuls, deine Ziele neu zu erforschen.

    Und ein weiteres Herzensprojekt zum Jahresende? Heitere TORheiten aus Hermannstadt in einem Kalender 2026

    Ein Hoftor, daneben etwa 50 Hoftore als Galerie. Text: TORheiten aus Hermannstadt. Links daneben das Cover einer Siebenbürger Studienarbeit mit Coverfoto einer prachtvoller Frauentracht
    Viele Hoftor-Fotos ergeben zusammen mit meinen Zweizeilern heitere TORheiten.

    Meine Reise ins Land meiner Vorfahren, nach Siebenbürgen und Hermannstadt im Jahr 2024, hat mich zu einem humorvollen Projekt inspiriert: Ich fotografierte über 50 Hoftore in der Stadt und dachte mir dazu witzige Zweizeiler aus. Daraus erstellte ich einen Jahreskalender 2026 mit 53 Wochenseiten. Und als Kompaktversion auch einen Monatskalender mit 13 Seiten. Du kannst ihn hier anschauen und bestellen: TORheiten-Kalender

    Mit TORheiten versorg dein Leben!
    Dann lernen Sorgen wegzuschweben.

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Über das Schenken – ein Text zum Heiligabend, vielleicht zum Nachdenken

    Über das Schenken – ein Text zum Heiligabend, vielleicht zum Nachdenken

    Heiligabend ist der eine Abend im Jahr, an dem das Schenken mehr ist als eine Geste. Das Schenken nicht feierlich zu verklären, sondern ehrlich zu betrachten, dazu lädt der folgende Text ein. Er stammt aus meinem Buch Das Buch für alle Tage.

    Gedanken über Geben, Nehmen und die feinen Zwischentöne

    Was geschieht eigentlich, wenn wir schenken?
    Welche Absicht steht dahinter – und was macht das mit dem Gegenüber?
    Der folgende Text stellt diese Fragen und versucht, Klarheit zu schaffen.

    Über das Schenken

    Geschenke sind bekanntlich zweischneidig: Mal treffen sie voll ins Herz des Beschenkten, mal sind sie total daneben.
    Hinreichend belegt ist die zweite Aussage mit dem altbekannten Deo-Beispiel: Die Bürokollegin hat Achselschweiß und man traut sich nicht, es ihr zu sagen, also schenkt man ihr kommentarlos ein Deo. Im Beispiel nimmt es die besagte Kollegin kommentarlos an. Fortan aber ist das Verhältnis frostig. Ob sie von da an auch wirklich nicht mehr unangenehm riecht, wird nicht dokumentiert.
    Nicht zu trennen von Geschenken ist die ebenso brenzlige Thematik »Geben« und »Nehmen«. Genauso gut geben können wie nehmen können. Mit welcher Absicht wird gegeben? Tue ich mir selbst einen Gefallen oder ist es echte Liebe zum Nächsten? Schenke ich dann vielleicht auch noch im Verborgenen? Das gilt in unserer Kultur als die echteste Schenkmotivation, die selbstloseste. Sie transportiert etwas Hehres. Jedes Kind lernt, dass solche Wohltätigkeit irgendwie irgendwann wieder belohnt wird. Im Geschäftsleben mag eher die andere Version ihre Berechtigung haben: Tue Gutes und rede darüber. Lass dir eine Spendenquittung geben. Lass dich, mit dem Scheck in der Hand, von der Presse ablichten.
    Geschieht Schenken aus dem Wunsch heraus, eine Beziehung zu pflegen? Also voller Absicht? Vielleicht eine Verpflichtung auszugleichen? Oder mit dem Beweggrund, beim anderen einen festgestellten Mangel auszugleichen, wie im Deo-Beispiel? Nicht untereinander geklärt wurde hier, ob beide Parteien dasselbe Bedürfnis haben – denn befriedigt wurde da nur der Wunsch der schenkenden Kollegin.
    Manche Geschenke gehen unter der Bedingung raus, dass doch bitte ein Gegengeschenk auf dem nächsten Geburtstagstisch oder unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Oder dass mit dem Geschenk, zum Beispiel dem Erbe, so verfahren wird, wie der Erblasser es verordnet hat. Hier handelt sich der Beschenkte eine Verpflichtung ein.
    Damit wird die Lust zur Dankbarkeit getrübt.
    Wie wäre es mal andersherum:
    Danke sagt nicht nur der Beschenkte, sondern auch der Schenkende. Denn er hat mit seiner Gabe die beglückende Möglichkeit, wieder Gerechtigkeit im System herzustellen. Danke, dass ich dir etwas geben darf. Ich darf dir doch hoffentlich was schenken? Bitte sei so gut und nimm es.
    So würde manchmal auch das »Nehmen« einfacher.
    Natürlich nicht für solche, die ohnehin lieber nehmen als geben. Man wüsste da so manche in unserem Staat, die fürs Nehmen kein Weihnachten brauchen.

    aus: Irmgard Rosina Bauer, Das Buch für alle Tage, 2024

    Vielleicht ist Heiligabend genau der richtige Moment, das Schenken neu zu denken – nicht größer, nicht besser, sondern ganz einfach bedachter.

    Mehr Gedanken rund um Weihnachten gebe ich dir hier:

    Cover des Weihnachts-Booklets Alle Jahre wieder von Irmgard Rosina Bauer mit grünem Hintergrund, roter Schleife und humorvoller Illustration eines feststeckenden Weihnachts-Elfs.
    Inhaltsverzeichnis des Weihnachtsbooklets mit Gedichten und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit

    Dies sind zwei Kostproben aus dem Weihnachtsbooklet „ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit“

    Gedichtseite ‚Kerze Zwei‘ aus dem Weihnachts-Booklet von Irmgard Rosina Bauer mit Text über den zweiten Advent und einer Illustration eines Geschenksacks.
    Illustrative Gedichtseite ‚Ein Christbaum‘ von Irmgard Rosina Bauer mit stilisiertem Tannenbaum und typografisch angeordnetem Text über die frühe Weihnachtsverführung im Oktober.

    Hol dir hier ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit.

    Und ein weiteres Herzensprojekt zum Jahresende? Heitere TORheiten aus Hermannstadt in einem Kalender 2026

    Ein Hoftor, daneben etwa 50 Hoftore als Galerie. Text: TORheiten aus Hermannstadt. Links daneben das Cover einer Siebenbürger Studienarbeit mit Coverfoto einer prachtvoller Frauentracht
    Viele Hoftor-Fotos ergeben zusammen mit meinen Zweizeilern heitere TORheiten.

    Meine Reise ins Land meiner Vorfahren, nach Siebenbürgen und Hermannstadt im Jahr 2024, hat mich zu einem humorvollen Projekt inspiriert: Ich fotografierte über 50 Hoftore in der Stadt und dachte mir dazu witzige Zweizeiler aus. Daraus erstellte ich einen Jahreskalender 2026 mit 53 Wochenseiten. Und als Kompaktversion auch einen Monatskalender mit 13 Seiten. Du kannst ihn hier anschauen und bestellen: TORheiten-Kalender

    Mit TORheiten versorg dein Leben!
    Dann lernen Sorgen wegzuschweben.

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Warum Humor Heimat retten kann

    Warum Humor Heimat retten kann

    Leichtigkeit und Humor- jede Woche aus einem Kalender erhalten

    Viele Hermannstädter Hoftore stehen schon seit Jahrhunderten. Manche haben Kratzer, Risse, Einschläge. Zeugen der Zeit, des Sozialismus, des Lebens.

    Statt sie zu bemitleiden, wollte ich sie feiern. Mit Humor.

    Humor bedeutet, laut Wikipedia:

    „der Unzulänglichkeit der Welt mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“

    Und genau das tun meine TORheiten. Sie verwandeln Spuren des Alterns in Geschichten, und Schwächen in Witz, und Vergangenes in liebevolle Erinnerung.

    Wer sie Woche für Woche anschaut, bekommt nicht nur einen Kalender – sondern eine Haltung: leichter sehen, was schwer aussieht. Denn:

    Mit TORheiten durchs ganze Jahr - 
    das macht so manches aushaltbar.

    und:

    Häng TORheiten dir auf im Zimmer - 
    Gelassenheit find’st du dann immer.

    👉 Hier geht’s zur Kalenderseite: https://irmgardrosina.de/siebenbuergen-kalender-2026/

    Ideal für alle, die schon alles haben – nur eben keinen Siebenbürger-Humor an der Wand.

    Hier geht’s zum bildpoetischen TORheiten-Kalender

    Mit TORheiten als Stressabwehr
    kommt sorgenfrei das Leben her.

    TORheiten-Kalender 2026 von Irmgard Rosina Bauer mit humorvollen Hoftoren aus Hermannstadt – Titelblatt und Januar-Seite mit Zweizeiler „Mein Zweizeiler soll’s Hoftor ehren – der Sinn braucht dich nicht immer scheren.“

    Ein ideales Weihnachtsgeschenk: der Monatskalender (€13,90) oder/und der Wochenkalender (€ 20,90)

    Warum Humor im Alltag so wichtig ist

    Unsere TORheiten sind kleine Kunstwerke, die dein Zuhause verschönern und dabei Kopfschmerzen durch ein Lächeln vertreiben. Sie erinnern dich daran, das Leben manchmal mit einem Augenzwinkern zu sehen – und das macht vieles leichter. Dadurch sind sie auch ein ideales Geschenk!

    Jetzt den TORheiten-Kalender entdecken und Freude ins Zuhause holen!

    53 Fotos mit Versen als Kalender

    Wir haben die Fotos nachbearbeitet, die Verse zugeordnet, und im Lauf eines Jahres ist ein Kalender entstanden, voller witziger TORheiten, die die besondere Geschichte der Siebenbürger Sachsen in der Hoftor-Metapher transportiert. Manchmal möchten sie weinen. Und dann aber doch lieber lachen.




    Hier kannst du diese 50 Tore als Poster erhalten.


    Die TORheiten hören

    TORheiten auf YouTube

    Wer mag, kann mir beim Sprechen meiner TORheiten zuhören.
    🎧 In diesem YouTube-Video mit 11 Tagessprüchen und
    🎥 in der längeren Version mit 33 TORheiten nehme ich euch mit auf eine kleine literarische Reise.

    Zum Kalender

    TORheiten aus Hermannstadt

    Der Kalender „TORheiten aus Hermannstadt“ ist für alle, die gern schmunzeln, nachdenken und sich ein Stück poetischen Alltags an die Wand holen möchten.
    Es gibt ihn als Print-Version mit Spiralbindung – und für alle Digitalfreunde als PDF.

    Hier geht’s zur Kalendershow mit vier Variationen zur Auswahl: https://irmgardrosina.de/siebenbuergen-kalender-2026/

    Und hier siehst du einfach mal drei Kalenderblätter als Beispiele.

    Vielleicht gehst du nächstes Mal mit einem Schmunzeln durch die Stadt und findest deine eigenen TORheiten?

    Ich wünsche dir ein Jahr voller offener Türen und heiterer TORheiten.

    💌 Lass mir gern einen Kommentar da, welche deine LieblingsTORheit ist?

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

  • Zwischen Verfall und Leichtigkeit: Die Hoftore von Hermannstadt und ihre unerwartete Poesie

    Zwischen Verfall und Leichtigkeit: Die Hoftore von Hermannstadt und ihre unerwartete Poesie

    TORheiten und ihre Geschichte

    Beim Fotografieren der Hoftore in Hermannstadt fiel mir sofort etwas auf: Viele sind stark beschädigt, Spuren von 40 Jahren Sozialismus hinterlassen tiefe Spuren. Risse, abgeplatzter Putz, verblasste Farben – all das erzählt von einer Geschichte, die nicht immer nur schön war. Bei genauerem Hinsehen berührte mich dieser sichtbare Verfall, eine Mischung aus Melancholie und Resignation.

    Poesie gegen den Verfall – und dann ein Kalender

    Doch genau hier setzte meine Idee an: Statt den Verfall nur traurig zu betrachten, wollte ich der Geschichte eine andere Stimme geben. Meine Verse sind deshalb meist leicht, manchmal mit einem ironischen, fast nihilistischen Unterton. Sie nehmen die Alterserscheinungen und Verfallserscheinungen mit einer Prise Humor und Leichtigkeit. So wird etwas Schweres plötzlich leichter, etwas Zerfallenes gerade dadurch lebendig.

    grün-verblichenes Hoftor mit starken Beschädigungen, weiße Schilder tragen Texte
    3 Frauen gehen in Altstadt eine steinerne Treppe hoch
    weinrotes Hoftor in Hermannstadt an stark beschädigter Hauswand

    Spuren der jüngeren Geschichte, aufgezeigt an Hoftoren

    Diese Herangehensweise lädt ein, nicht nur das Offensichtliche wahrzunehmen, sondern auch das Verborgene – die Schönheit im Unperfekten, den Mut hinter den Rissen. Die Hoftore sind wie alte Freunde, die Geschichten erzählen, aber auch dazu einladen, das Leben nicht immer zu ernst zu nehmen.

    Mit Poesie aufgemischt

    Für mich sind diese Verse eine kleine Antwort auf den Verfall: spielerisch, wortgewandt und mit einem Augenzwinkern. Sie zeigen, dass auch das scheinbar Sinnlose Platz hat – und manchmal gerade das befreit und inspiriert.

    53 Fotos mit Versen als Kalender

    Wir haben also die Fotos nachbearbeitet, die Verse zugeordnet, und im Lauf eines Jahres ist ein Kalender entstanden, voller witziger TORheiten, die die besondere Geschichte der Siebenbürger Sachsen in der Hoftor-Metapher transportiert. Manchmal möchten sie weinen. Und dann aber doch lieber lachen.




    Hier kannst du diese 50 Tore als Poster erhalten.


    Die TORheiten hören

    TORheiten auf YouTube

    Wer mag, kann mir beim Sprechen meiner TORheiten zuhören.
    🎧 In diesem YouTube-Video mit 11 Tagessprüchen und
    🎥 in der längeren Version mit 33 TORheiten nehme ich euch mit auf eine kleine literarische Reise.

    Zum Kalender

    TORheiten aus Hermannstadt

    Der Kalender „TORheiten aus Hermannstadt“ ist für alle, die gern schmunzeln, nachdenken und sich ein Stück poetischen Alltags an die Wand holen möchten.
    Es gibt ihn als Print-Version mit Spiralbindung – und für alle Digitalfreunde als PDF.

    Hier geht’s zur Kalendershow mit vier Variationen zur Auswahl: https://irmgardrosina.de/siebenbuergen-kalender-2026/

    Und hier siehst du einfach mal drei Kalenderblätter als Beispiele.

    Vielleicht gehst du nächstes Mal mit einem Schmunzeln durch die Stadt und findest deine eigenen TORheiten?

    Ich wünsche dir ein Jahr voller offener Türen und heiterer TORheiten.

    💌 Lass mir gern einen Kommentar da, welche deine LieblingsTORheit ist?

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

  • Liebst du Abenteuer? Liebst du Freiheit?

    Liebst du Abenteuer? Liebst du Freiheit?

    Ein Plädoyer für das spontane Reisen


    Ich liebe Spontanität. Nicht nur ein bisschen – sondern so richtig. Ich habe sie lebenslänglich trainiert. Mit vier Kindern, einem Ladengeschäft und unzähligen Alltags-Überraschungen war mein Leben selten planbar. Da mussten Entscheidungen oft schnell getroffen werden – ohne Netz und doppelten Boden, ohne „nochmal drüber schlafen“.

    Vieles aus meinem damaligen Leben habe ich in meinem Buch „Das Leben könnte so schwer sein“ verarbeitet.

    Was mich damals oft stresste, erkenne ich heute als mein Kapital: Ich habe gelernt, mit wenig Sicherheitsbedürfnis zu leben. Stattdessen habe ich mir Kreativität, Fantasie – und Humor als Überlebensstrategie zugelegt. Das gibt mir heute etwas ungeheuer Wertvolles: ein tiefes Gefühl von Freiheit.

    Freiheit fühlt sich an wie: einfach losfahren

    Für mich heißt Freiheit, spontane Ideen direkt umsetzen zu dürfen.

    Diese Energie springt oft über – auf Freunde, Familie oder Menschen, denen ich zufällig begegne. Manchmal werden daraus witzige kleine Abenteuer. Aber ich habe auch gelernt: Diese plötzliche Energie ist nicht jedermanns Sache. Planvollere Persönlichkeiten reagieren irritiert – nicht selten entstehen Konflikte.

    Um mir dieses Freiheitsgefühl trotzdem zu erhalten, nehme ich in Kauf, manches Mal allein unterwegs zu sein. Und es sogar zu genießen. Denn: Spontan und unvorbereitet zu reisen ist in unserer durchorganisierten Welt und bis in die letzten Winkel erforschten Erde eines der letzten echten Abenteuer. Das gönne ich mir.

    Es brauchte viel Mut: Zum ersten Mal brach ich mit 52 auf, um überhaupt erst zu entdecken, was mir so viel bedeutete: Einfach drauflosfahren und mal sehen, was kommt. Ich darf das. Das lernte ich damals auf meinem VierzigTage-VierzigNächte-Tripp nach Südfrankreich. Allein mit Merkür, meinem selbst ausgebauten Auto. In meinem Buch „Und sonst nichts“ habe ich die Ängste und Freuden solchen Reisens beschrieben, und das Ergebnis: Selbsterkenntnis, Selbstwirksamkeit und ungeheure Freiheit.

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    Neulich zum Beispiel …

    Ich hatte Lust auf eine kleine Auszeit – also: Deutschlandticket, Fahrrad, los. Der Zug nach Kochel war voll – keine Fahrräder mehr erlaubt. Also stieg ich in Weilheim aus. Dort entdeckte ich ein Schild: „Polling“. Polling? Da war doch was … Ja! Der berühmte Bibliothekssaal im Kloster, den ich längst mal sehen wollte.

    Also radelte ich los – und wurde belohnt: mit einem idyllischen oberbayerischen Ort und einem Stück Literaturgeschichte. Denn: Thomas Mann war oft hier. In seinem Roman Doktor Faustus machte er aus Polling das fiktive „Pfeiffering“. Ein Wanderweg mit 13 Stationen gibt Einblick in seine Gedankenwelt. Einfach so entdeckt – ohne Plan. Das liebe ich.

    Aber da ist immer diese Bremse …

    Kennst du das? Eine Stimme im Kopf, die mich ausbremsen möchte, die sagt: „So spontan darfst du nicht sein!“ – „Immer schön vorbereitet sein auf Schlimmes!“ – „Immer Bescheid sagen!“ Alte Glaubenssätze, die uns kleinhalten wollen. Ich kenne sie gut. Und jedes Mal, wenn ich mich trotzdem traue, bin ich hinterher überglücklich.

    Wie ist das bei dir? Kennst du solche inneren Bremsen? Schreib es mir gern als Kommentar – ich bin neugierig!

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Über die Schreibkunst

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen.

    Aus dem Leben, aus Verletzungen, aus Freuden, aus Gefühlen Kunst zu machen, ist ein Verwandlungsprozess. Natürlich auch ein Verarbeitungsprozess. Es braucht dazu eine empfindende Seele, die sich anders nicht ausdrücken kann als durch die Verwandlung. Die kein Pendant zum Reden hat, was ja ebenfalls Verarbeitung zum Ergebnis hätte.

    Dem aber gleich das Prädikat Kunst zu verleihen, wäre eine Anmaßung. Um Kunst hervorzubringen, braucht es noch mehr; kluge Köpfe haben sich darüber mit aller Kompetenz geäußert. Kunst kommt von Können. Es braucht auch Handwerkliches dazu, Umgang mit und Wissen um Materialien, um Gestaltungsregeln, um Prozesse der Kreativität und so fort.
    Handwerk in der Literatur bedeutet also ebenso: Können. Mit Worten umgehen können, sie in eine passende Reihenfolge fügen, sie in Sätzen miteinander so in Verbindung bringen, dass sie etwas Bewegendes so ausdrücken, wie ich es gern verstanden haben möchte.

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen. Immer nur anders? Ist dies das Kriterium? Ja. Alles andere wäre Abkupfern dessen, was alle auf dieselbe Weise sehen und erkennen können.
    Das Gefühlte so formen, dass der Betrachter und Leser dabei innehält und spürt: Wow, so hab ich das noch nie gesehen, aber immer schon gefühlt.

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage. Erlebtes. Erzähltes. Gereimtes.“)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Wie sollte für dich ein Schreibkunstwerk aussehen? Vielleicht ganz einfach unterhaltend? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus „Das Buch für alle Tage“ zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Ein Wasserfall

    Ein Wasserfall drängt einfach weiter. Denkt nicht nach.

    Überwältigend war das Spektakel an der Jonte-Schlucht, genauso an der Tarn-Schlucht. Es platschte und klatschte, rauschte und sprühte und zischte, beanspruchte viel Raum und hörte niemals auf zu tun, wozu der Wasserfall da ist: Den Fluss von einer Ebene in eine nächste, eine tiefere zu befördern, um ihn dann einfach weiterfließen zu lassen.

    Dabei macht es dem Wasser nichts aus, dass Steine es hindern. Diese umgeht es, ohne darüber nachzudenken. Es bahnt sich seinen Weg und im Lauf der Jahrhunderte, Jahrtausende, Jahrzehntausende schleift es sogar Felsen ab und gestaltet sich sein Bett noch gefälliger. Ganz selbstverständlich gibt es sich der Gravitationskraft hin.

    Ich bin im Lauf meiner Jahrzehnte müde geworden. Ich spüre in mir das Bedürfnis, einen gefälligeren Weg zu gehen, mich nicht mehr aufhalten zu lassen, meiner Intuition, ja, meiner Bestimmung zu folgen, mich ihr hinzugeben – sobald ich nur weiß und spüre, was ich zu tun habe.

    Ein Wasserfall drängt einfach weiter. Denkt nicht nach. Muss sich nie rechtfertigen, ist Sein von sich aus. Wenn die Klippe kommt, springt er einfach drüber und nimmt dabei von links und rechts noch Geröll mit; auch wenn größere Felsen kommen, fällt er weiter und weiter und weiter und bahnt sich seinen Weg. Etwas anderes kann das Wasser gar nicht. Seine Richtung ist durch physikalische Gegebenheiten festgelegt, es fällt hinunter, niemals rückwärts. Für mich übersetzt heißt das: Sein Abwärts im Weiterkommen ist mein Aufwärts im Weiterkommen. Weiterkommen will auch ich, mich hoch entwickeln, lebendig sein und meiner Bestimmung nach oben folgen.

    Eigentlich habe ich den Wasserfall, die »Rush Hour des Lebens«, schon hinter mir. Habe kräftig geplatscht und geklatscht, habe gesprüht, gefunkelt und gespritzt, temperamentvoll in allen Lebensbereichen viel Kraft ausgeübt, und bin nun wohl in einer Lebensphase, wo der Wasserfall im Tal aufkommt und sich von da neu sortiert und in gemäßigteren Bahnen weiterfließt, bis er schließlich zu einem ruhigen, gemächlich dahinfließenden Fluss wird.

    Doch das Bild gefällt mir nicht wirklich. Gemäßigt, ruhig. Gemächlich – ich?

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage“. Erlebtes. Erzähltes. Gereimtes.)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Was assoziierst du mit einem Wasserfall? Rausch, Bedrohung, Leben? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus meinem Südfrankreichroman „Und sonst nichts“ zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Unkenrufe

    Mit der Wirtschaft wird es bergab gehen!

    Es war einmal vor langer, langer Zeit, da besaß schon fast jeder über vierzehn in der Familie ein Dreigang-Fahrrad. Etagen-WCs wurden immer seltener, denn jede Wohnung hatte ihr eigenes. In jedem Haus war für die Bewohnergemeinschaft im Keller eine Waschmaschine angeschafft worden. Der Kühlschrank war in fast jeden Haushalt eingezogen, und zu jener Zeit besaß auch jede dritte Familie ein Telefongerät. Es hatte die Größe eines mittleren Kochtopfes und war grau. Der Hörer war bereits viel leichter geworden und lag gemütlich in der Hand, die Hörmuschel am Ohr und die Sprechmuschel am Mund. Man brauchte nicht mehr das Fräulein vom Amt (übrigens wurde zu jener Zeit das Fräulein als solches abgeschafft und es gab nur noch den Begriff Frau, aber das tut hier nichts zur Sache), man konnte also mit der Wählscheibe selber, ja selber, eine Verbindung herstellen, indem man eine Zahl der Telefonnummer nach der anderen in Gang setzte. Es galt nicht als unnötiger Zeitaufwand zu warten, bis sich die Wählscheibe wieder in ihre Ausgangsposition zurückgedreht hatte, bevor man die nächste Ziffer angehen konnte. Lästig war es freilich, wenn die Zahlenreihe mit Vorwahl sehr lang war und man sich verwählt hatte und also nochmal von vorne beginnen musste. Nicht lange danach galt es als eine Errungenschaft, dass sich sogar jede Familie ein solches Telefon leisten konnte.

    Und da begannen die Unkenrufe der Wirtschaftsforscher:

    Mit der Wirtschaft wird es bergab gehen!

    Jeder über vierzehn hat schon ein Dreigang-Fahrrad!

    Jede Wohnung hat schon ein WC!

    Jedes Haus hat schon eine Waschmaschine!

    Nur wenige Familien haben noch kein Telefon!

    Die Bahn wird bald überflüssig, denn in jedem Dorf gibt es schon ein Auto.

    Welche Waren soll denn da die Wirtschaft noch ankurbeln?

    Es ist vorbei mit dem Wirtschaftswachstum!

    Ja, wie schaffen wir es so überhaupt, weiterzuleben?

    (zitiert aus „Das Buch für alle Tage„)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Was sind deine Beobachtungen zum Thema Wirtschafts-Unkenrufe? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus Das Buch für alle Tage zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Verloren oder gewonnen

    Sonntagsmittagessen – früher und heute

    Unser Sonntagmittagessen ist nicht mehr so, wie es früher einmal war.

    Als unsere vier Kinder um die zwanzig waren, waren sie kaum sattzukriegen, Fleisch und Wurst konnte nicht genug im Kühlschrank sein. Ich habe gern für sie gekocht, große Bratenstücke, mehrere Kilo schwer, lagen in der Reine im Backofen oder brodelten im Bratentopf auf dem Herd. Der Appetit war unbändig und ihre Freude über den gut gelungenen Fleischtopf mit Knödeln und Soße äußerte sich in noch einem und noch einem gut gefüllten Teller.

    Als unsere Kinder dreißig waren, brachten sie mir bei, immer mehr auf die Herkunft des Fleisches zu achten. Wie recht sie hatten! Die Fleischproduktion war unnatürlich, sogar fies geworden. Und ich lernte von ihnen, wohlschmeckende vegetarische Alternativen zu kochen und zu genießen. Auch mit ihren veganen Freunden habe ich mich mal mehr mal weniger gern arrangiert.

    Als unsere Kinder vierzig waren, erinnerten wir uns mit ihnen gemeinsam an die Zeit, wo der große Schweinsbraten oder das Roastbeef oder die Lammkeule oder das Kaninchen oder die Hähnchen, Enten, Täubchen und Wachteln aus dem Backofen dufteten. Gerne würden sie manchmal dorthin zurückkehren, sagen sie, unsere Kinder. Doch ihre Kinder würden schon im Kindergarten lernen, Fleischersatzprodukte zu essen. Wie wohl man daran tut, die Mastindustrie zurechtzustutzen, wissen wir.

    Neuerdings allerdings bereichert sich die Industrie durch die gelungene Vermarktung und Herstellung synthetischer Lebensmittel, die unserer Gesundheit noch viel förderlicher sein sollen. Hoffentlich haben sie für diese Produktion nicht nur die Künstliche Intelligenz befragt, sorge ich mich.

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage„)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Bist du immer noch Carnivore, und das mit Überzeugung? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Verloren oder gewonnen“ habe ich aus Das Buch für alle Tage zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.