Es gibt diesen Moment im Jahr, der sich kaum ankündigt – und doch alles verändert. Die Luft wird milder, das Licht heller, und etwas in uns beginnt sich zu lösen. Der März ist kein lauter Monat. Aber einer, der Entscheidungen trifft. Manchmal auch radikale.
Und manchmal geschieht genau das – mit einem leisen, humorvollen Gedanken.
Ein Gedicht
Killermonat März
„Im Monat März bin auch ich für das Töten.“
Ich trau mich und denk dies ganz ohne Erröten,
ganz ohne erschröckliches „Wehe! Wehe!
Wenn ich jedoch auf sein Ende sehe!“
Auf dieses Ende sehe ich gerne.
Ich sehn es herbei, schon lange, von ferne.
Ich trau mich und sage: „Hau ihn in die Tonne!“
Ich bin nicht schuld, denn der Täter heißt Sonne:
In einer kurzen lauen Nacht
hat sie den Winter umgebracht.
Warum uns der März innerlich bewegt
Der Winter ist nicht nur draußen. Er ist auch in uns. In Gedanken, die schwer geworden sind. In Gewohnheiten, die längst nicht mehr tragen. In einem Alltag, der sich vielleicht zu lange gleich angefühlt hat.
Und dann kommt der März. Nicht als Sturm, sondern als Verschiebung. Als ein kaum merkliches „So geht es nicht weiter“ – und gleichzeitig als leise Einladung.
Es ist kein dramatischer Aufbruch. Eher ein inneres Aufräumen. Ein Weglassen. Ein Loslassen.
Loslassen ohne Drama – einfach, weil es Zeit ist
Vielleicht ist es genau das, was dieses kleine Gedicht ausdrückt: Dass Veränderung nicht immer schwer sein muss. Dass man manchmal sogar darüber schmunzeln darf.
Der Winter geht nicht, weil wir ihn vertreiben. Sondern weil etwas anderes stärker wird. Licht. Wärme. Bewegung.
Und vielleicht auch der Mut, Dinge zu beenden, die längst vorbei sind. Es lädt ein zum Aufräumen.
Ein stiller Übergang
Ich mag diesen Moment im Jahr. Dieses Dazwischen. Noch nicht Frühling – aber auch nicht mehr Winter.
Ich weiß nicht, was sich verändert.
Aber ich spüre: Es ist Zeit.
Und vielleicht reicht genau das.
Mehr Gedanken zum Unterwegssein und zu leisen Veränderungen findest du hier: https://irmgardrosina.de/category/veraenderungen-im-leben/
Viele dieser stillen Übergänge begleiten auch meinen Reiseroman „Und sonst nichts“ – das Hörbuch entsteht gerade.
Externe Einordnung
Der Übergang vom Winter zum Frühling wird häufig als Phase innerer Neuorientierung beschrieben. Der März steht dabei für Wandel, Loslassen und einen leisen Neubeginn – oft unbemerkt, aber spürbar.


Schreibe einen Kommentar