Schlagwort: Gedanken

  • Muttertag: Warum Loslassen genauso zur Liebe gehört

    Muttertag: Warum Loslassen genauso zur Liebe gehört

    Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung

    Es gibt Tage, die kommen leise daher – und treffen trotzdem mitten ins Herz. Muttertag ist so einer.

    Ein paar Blumen. Vielleicht ein Anruf. Und irgendwo zwischen all dem ein Gefühl, das sich schwer greifen lässt: Nähe. Erinnerung. Und etwas, das man lange nicht benennen wollte: Loslassen.

    Muttertag ist mehr als Gesten

    Früher war Muttertag einfach. Kinderzeichnungen. Gebasteltes. Herzchen aus Papier.

    Man wusste genau, wer man ist: Mutter. Kind. Familie. Alles hatte seinen Platz.

    Heute ist es manchmal leiser. Und ehrlicher.

    Die Kinder sind groß. Die Wege weiter. Die Gespräche anders.

    Und plötzlich merkt man: Liebe verändert sich.

    Was bleibt, wenn sich alles verändert

    Ich habe irgendwann verstanden, dass Muttertag nicht nur zurückschaut. Er fragt auch: Was ist jetzt?

    Was bleibt, wenn die Rollen sich verschieben? Wenn aus Nähe Abstand wird – und aus Fürsorge Vertrauen?

    Vielleicht genau das: Eine andere Form von Nähe.

    Weniger greifbar. Aber nicht weniger stark.

    Ein Gedicht, das diese Nähe bündelt:

    Muttertag

    Kinderzeichnungen
    Gebasteltes
    Vergebung
    Herzchen
    Blumen
    Liebe

    Und dann
    Loslassen auf beiden Seiten

    (Hier habe ich es auch als Hörfassung: YouTube)

    Loslassen ist kein Verlust

    Das Wort klingt oft schwer. Als würde etwas verloren gehen.

    Aber vielleicht ist Loslassen eher ein Weitergeben. Ein Raum, der größer wird.

    Ein stilles „Ich bin da“ – auch wenn man sich nicht mehr festhält.

    Und manchmal, ganz ehrlich, auch ein kleines Stolpern. Weil man nicht mehr gebraucht wird wie früher.

    Das darf sein.

    Und was bedeutet Muttertag heute?

    Vielleicht genau das:

    Ein Innehalten. Ein Erinnern. Ein kleines Lächeln.

    Und die Erkenntnis, dass Liebe nicht weniger wird – sie wird nur freier.

    Und manches davon begleitet mich auch in meinem Reiseroman „Und sonst nichts“ – und in der Hörfassung.

    Immer geht es um Bewegung. Im Außen. Und im Inneren.

    Und manchmal beginnt alles mit einem einzigen Satz.

  • Märzgedicht: Wenn der Winter geht – und etwas Neues beginnt

    Märzgedicht: Wenn der Winter geht – und etwas Neues beginnt

    Es gibt diesen Moment im Jahr, der sich kaum ankündigt – und doch alles verändert. Die Luft wird milder, das Licht heller, und etwas in uns beginnt sich zu lösen. Der März ist kein lauter Monat. Aber einer, der Entscheidungen trifft. Manchmal auch radikale.

    Und manchmal geschieht genau das – mit einem leisen, humorvollen Gedanken.

    Ein Gedicht

    Killermonat März

    „Im Monat März bin auch ich für das Töten.“
    Ich trau mich und denk dies ganz ohne Erröten,
    ganz ohne erschröckliches „Wehe! Wehe!
    Wenn ich jedoch auf sein Ende sehe!“

    Auf dieses Ende sehe ich gerne.
    Ich sehn es herbei, schon lange, von ferne.
    Ich trau mich und sage: „Hau ihn in die Tonne!“
    Ich bin nicht schuld, denn der Täter heißt Sonne:

    In einer kurzen lauen Nacht
    hat sie den Winter umgebracht.

    Warum uns der März innerlich bewegt

    Der Winter ist nicht nur draußen. Er ist auch in uns. In Gedanken, die schwer geworden sind. In Gewohnheiten, die längst nicht mehr tragen. In einem Alltag, der sich vielleicht zu lange gleich angefühlt hat.

    Und dann kommt der März. Nicht als Sturm, sondern als Verschiebung. Als ein kaum merkliches „So geht es nicht weiter“ – und gleichzeitig als leise Einladung.

    Es ist kein dramatischer Aufbruch. Eher ein inneres Aufräumen. Ein Weglassen. Ein Loslassen.

    Loslassen ohne Drama – einfach, weil es Zeit ist

    Vielleicht ist es genau das, was dieses kleine Gedicht ausdrückt: Dass Veränderung nicht immer schwer sein muss. Dass man manchmal sogar darüber schmunzeln darf.

    Der Winter geht nicht, weil wir ihn vertreiben. Sondern weil etwas anderes stärker wird. Licht. Wärme. Bewegung.

    Und vielleicht auch der Mut, Dinge zu beenden, die längst vorbei sind. Es lädt ein zum Aufräumen.

    Ein stiller Übergang

    Ich mag diesen Moment im Jahr. Dieses Dazwischen. Noch nicht Frühling – aber auch nicht mehr Winter.

    Ich weiß nicht, was sich verändert.

    Aber ich spüre: Es ist Zeit.

    Und vielleicht reicht genau das.

    Mehr Gedanken zum Unterwegssein und zu leisen Veränderungen findest du hier: https://irmgardrosina.de/category/veraenderungen-im-leben/

    Viele dieser stillen Übergänge begleiten auch meinen Reiseroman „Und sonst nichts“ – das Hörbuch entsteht gerade.


    Externe Einordnung

    Der Übergang vom Winter zum Frühling wird häufig als Phase innerer Neuorientierung beschrieben. Der März steht dabei für Wandel, Loslassen und einen leisen Neubeginn – oft unbemerkt, aber spürbar.