In dieser Kategorie finden sich Texte, die über längere Zeit wirken dürfen.
Gedanken, Serien, Rückblicke und Erfahrungen, die nicht nur für den Moment geschrieben sind.
Texte, die man wiederlesen kann – und die mitgehen, statt schnell zu vergehen.
Manche Menschen sammeln Briefmarken, andere Kühlschrankmagnete.
Ich sammle Abenteuer. Gerne die ganz großen, aber auch die kleinen, über die man sich erst später wundert.
Die Geschichte
Ja, ich bin eine Rumtreiberin. Und eine Diebin. Ja, ich bin gerne unterwegs und stehle mit den Augen.
Doch dann gebe ich mein Diebinnengut auch wieder her – umgewandelt in Reimgeschichten, in Augenzwinkereien über Wein und Rauschen, über Koffer und Kompass, über Wald und Wunder, über Jahr und Tag, über Sonntage und was auch immer da noch kommen wird, worüber ich neue Reimgeschichten schreiben kann.
Unterwegs interessieren mich keine Fünf-Sterne-Hotels, außer, es passiert darin das, was mich fasziniert und verwundert: Die Natur als solche (die fehlt mir dort) und die Natur im Menschlichen.
Mich interessiert der Mann, der seinen Hund spazieren führt, obwohl der Hund offensichtlich lieber zu Hause geblieben wäre.
Mich interessiert die Gans, die glaubt, sie habe Vorfahrt.
Oder das Gartentor, das aussieht, als hätte es heute schlechte Laune.
Manchmal bleibe ich da zum Fotografieren stehen, manchmal zum Schmunzeln – und irgendwann reimt sich plötzlich alles.
Manche Reimgeschichten beginnen mit einem Straßenschild, das man nicht einmal aussprechen kann.
Mein Gedanke
Meine Abenteuer enden oft in einer gereimten Form, in einem Foto, in einem Buch, auch als gesprochene Worte in einer YouTube-Playlist. Da nehme ich euch mit.
Denn ich habe festgestellt: Die Welt ist voller Geschichten.
Man muss sie nicht erfinden., man muss sie nur entdecken.
Passend zu diesem Gedanken
Genau so entstehen meine Reimgeschichten.
Aus schrägen Begegnungen, aus kleinen Missgeschicken der Natur, der Menschen und in Momenten, die man übersehen könnte.
„Ach, da gibt es doch noch ein unpassend-passendes Foto“, assoziiere ich dann – und so werden aus poetischen Spaziergängen kleine Bücher: Augenzwinkereien.
Und jetzt bist du dran
Wann hast du zuletzt über etwas gelacht, das eigentlich völlig alltäglich war?
Vielleicht wartet dort schon meine-deine nächste Geschichte. So wie diese:
Der Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl gehört für viele Menschen mit siebenbürgischen Wurzeln zu den emotionalsten Begegnungsorten zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Tradition, Trachten, Musik, Erinnerungen und generationsübergreifende Heimatverbundenheit kommen hier jedes Jahr zusammen.
2026 nahm die HOG Gergeschdorf (Unterwald) erstmals am großen Trachtenumzug des Heimattags teil – mit der Startnummer 69 von über 100 Gruppen.
Organisiert und vorbereitet wurde die Teilnahme von Hans Schuster und seiner Schwester Maria Hermann.
„Geht doch auch einmal mit!“, hatte ihre Mutter die Geschwister schon vor Jahren ermuntert. Nun erfüllten sie diesen Wunsch – ihrer Mutter und ebenso sich selbst. Gergeschdorf erstmals im Trachtenzug vertreten zu sehen, war auch für viele ältere Teilnehmer ein bewegender Moment.
Ja, mein Stefani-Opa stammt aus Gergeschdorf. Doch ich selbst bin in München geboren – genauso wie mein Sohn Philipp, der Urenkel.
Zwischen München und Gergeschdorf: Irmgard Rosina und ihr Sohn Philipp in traditioneller Gergeschdorfer Tracht beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Für beide wurde der Tag zu einer besonderen Begegnung mit den eigenen Wurzeln.
Weit weg. Und trotzdem verbunden.
Gerade deshalb bedeutete uns die herzliche Aufnahme innerhalb der Gergeschdorfer Gruppe besonders viel. Wir wurden nicht wie Gäste behandelt, sondern wie selbstverständlich aufgenommen.
Der Heimattag in Dinkelsbühl wurde für uns zu einer Begegnung zwischen Herkunft, Erinnerung und Gegenwart.
Der große Aufwand hinter den siebenbürgischen Trachten
Ich durfte miterleben, wie viel Arbeit und Herzblut hinter einer solchen erstmaligen Teilnahme steckt.
Über Monate hinweg wurden Trachtenteile gesammelt, gewaschen, gebügelt, ergänzt und angepasst. Am Ende konnte schließlich eine rund dreißigköpfige Gruppe mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in authentischer siebenbürgisch-sächsischer Tracht den kritischen Blicken eines „Trachtenchecks“ standhalten.
Rund dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer der HOG Gergeschdorf nahmen erstmals am Trachtenumzug des Heimattags teil.
Die Anspannung im Helferkreis war deutlich spürbar – schließlich war es das erste Mal.
Dass dies ausgerechnet im Jahr des 40-jährigen Bestehens der HOG Gergeschdorf geschah, verlieh dem Ganzen zusätzliche Bedeutung.
Das neue HOG-Schild von Gergeschdorf wird stolz präsentiert
Wie Heimat angezogen wird
Als Trachten-Unerfahrene durfte ich mich den sachkundigen Händen von Maria Hermann und Katharina Lutsch anvertrauen.
Geduldig kleideten sie mich Schicht für Schicht in die traditionelle Gergeschdorfer Frauentracht ein. Auch Philipp wurde mit Tracht ausgestattet. Besonders stolz war er, als schließlich sogar noch ein passender schwarzer Hut für ihn bereitlag.
Während des Ankleidens wurde mir bewusst, dass Tracht weit mehr ist als Kleidung.
Sie erzählt Geschichten: von Herkunft, von Gemeinschaft, von Erinnerung, und vom Weitergeben kultureller Traditionen zwischen den Generationen.
Hans Schuster mit seinen Söhnen. Gemeinsam mit seiner Schwester Maria Hermann organisierte er die erstmalige Teilnahme der HOG Gergeschdorf am Trachtenumzug.
Maria Hermann und Kathi Lutsch unterstützten mit ihrem Trachtenfachwissen tatkräftig bei der Ausstattung.
Die beiden tragen den traditionellen Kopfschmuck verheirateter Frauen. Das weiße zarte Tuch wird kunstvoll um den Kopf gelegt und mit traditionellen Bockelnadeln (oft aus Silber und filigran gearbeitet) am Haupt befestigt.
Gergeschdorf als innerer Anker
Gergeschdorf wurde für uns beide zu einem inneren Anker.
Durch meinen Großvater und meinen Urgroßvater, der nach der Deportation in die ehemalige Sowjetunion schließlich in Garching bei München landete, fühlten wir uns auf besondere Weise zugehörig – auch wenn wir uns gleichzeitig als siebenbürgische Bayern verstehen.
Vielleicht liegt Heimat manchmal genau zwischen zwei Welten.
Wir sind gemeinsam gegangen, haben uns erinnert – und bleiben trotzdem im Heute.
Vielleicht ist genau das Heimat.
Hans Schuster engagiert sich: Make Gergeschdorf great again!
Zwischen München und Siebenbürgen
Dieser Beitrag ist Teil meines fortlaufenden Projekts „Zwischen München und Siebenbürgen“. Darin sammle ich Erinnerungen, Begegnungen, Fotos und Geschichten rund um siebenbürgisch-sächsische Heimat, Familie und Lebenswege.
Die Bildrechte der verwendeten Fotos liegen bei Irmgard Rosina Bauer.
Über die Autorin Irmgard Rosina Bauer schreibt über Lebenswege, Heimat, Familie, Erinnerung und die kleinen Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Muttertag ist genau der richtige Moment, um etwas anderes zu schenken:
Nicht nur etwas für einen Tag. Sondern etwas für die Seele.
👉 Einen Gedanken. 👉 Oder eine ganze Reise.
✨ Mein Muttertags-Tipp
Wenn du gerade überlegst, was wirklich gut tun würde:
👉 Wähle den Gedankenfunken, wenn du etwas Leichtes, Schnelles suchst (gibt es auch separat als PDF oder als Audio oder eben als Set). 👉 Wähle das Hörbuch, wenn du tiefer eintauchen möchtest.
Oder schenke dir (oder deiner Mutter) einfach beides.
Ein Impuls für den Moment. Und eine Geschichte, die bleibt.
Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung
Es gibt Tage, die kommen leise daher – und treffen trotzdem mitten ins Herz. Muttertag ist so einer.
Ein paar Blumen. Vielleicht ein Anruf. Und irgendwo zwischen all dem ein Gefühl, das sich schwer greifen lässt: Nähe. Erinnerung. Und etwas, das man lange nicht benennen wollte: Loslassen.
Muttertag ist mehr als Gesten
Früher war Muttertag einfach. Kinderzeichnungen. Gebasteltes. Herzchen aus Papier.
Man wusste genau, wer man ist: Mutter. Kind. Familie. Alles hatte seinen Platz.
Heute ist es manchmal leiser. Und ehrlicher.
Die Kinder sind groß. Die Wege weiter. Die Gespräche anders.
Und plötzlich merkt man: Liebe verändert sich.
Was bleibt, wenn sich alles verändert
Ich habe irgendwann verstanden, dass Muttertag nicht nur zurückschaut. Er fragt auch: Was ist jetzt?
Was bleibt, wenn die Rollen sich verschieben? Wenn aus Nähe Abstand wird – und aus Fürsorge Vertrauen?
Ein Innehalten. Ein Erinnern. Ein kleines Lächeln.
Und die Erkenntnis, dass Liebe nicht weniger wird – sie wird nur freier.
Wenn Sie sich solche ruhigen Gedanken öfter schenken möchten: Meine Gedankenfunken begleiten Sie dabei. Als Mini-Auszeiten für Herz & Kopf.
Und manches davon begleitet mich auch in meinem Reiseroman „Und sonst nichts“ – und in der Hörfassung.
Immer geht es um Bewegung. Im Außen. Und im Inneren.
Und manchmal beginnt alles mit einem einzigen Satz.
In diesem PDF finden Sie eine Reihe solcher Gedankenfunken, als Mini-Auszeiten für Herz & Kopf. Und 6 davon sind hier als warmes begleitendes Audio erhältlich.
Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung
Stell dir vor, du hättest plötzlich eine Milliarde Euro zur freien Verfügung. Kein Müssen mehr. Kein „Ich sollte noch schnell…“. Keine Ausreden. Nur Zeit. Und dich.
Und dann passiert etwas Seltsames: Die Frage wird nicht größer – sondern leiser.
Womit würdest du deine Zeit verbringen?
Warum diese Frage mehr verändert als jedes Ziel
Geld ist in diesem Gedankenexperiment eigentlich nur ein Vorwand. Es räumt alles beiseite, was sonst im Weg steht: Verpflichtungen, Notwendigkeiten, äußere Erwartungen.
Was übrig bleibt, ist etwas Unbequemes – und gleichzeitig sehr Ehrliches:
Was willst du wirklich tun, wenn du nicht musst?
Nicht das große Lebensziel. Nicht der perfekte Plan. Sondern der ganz konkrete nächste Schritt.
Der Tag. Die Woche. Der Monat. Die Jahre.
Die eigentliche Frage: Was würdest du mit deiner Zeit tun?
Viele Menschen bleiben an dieser Stelle hängen. Nicht, weil ihnen nichts einfällt. Sondern weil plötzlich alles möglich wäre.
Und das ist… überraschend anstrengend.
Vielleicht würdest du reisen. Vielleicht malen, schreiben. Vielleicht einfach mal nichts tun.
Oder du würdest feststellen, dass du gar nicht so weit weg willst – sondern näher zu dir selbst.
Lebensziele sind oft leiser, als wir denken
Lebensziele kommen selten mit Trommelwirbel.
Sie zeigen sich eher in kleinen Sätzen wie:
„So kann es nicht weitergehen.“ „Irgendwas passt hier nicht mehr.“ „Da ist noch mehr.“
Und manchmal auch in einem sehr schlichten Gedanken:
Ich habe einfach angefangen.
Ohne Masterplan. Ohne Sicherheit. Dafür mit einem ersten Schritt.
Ein Kalender, der nicht drängt – sondern fragt
Das Kalenderblatt für den April stellt genau diese Frage. Jeden Tag ein bisschen anders. Ohne Druck. Ohne richtige oder falsche Antwort.
Nicht: „Was musst du erreichen?“
Sondern: „Womit verbringst du deine Zeit?“
Und vielleicht ist das der eigentliche Luxus – nicht die Milliarde.
Dieser Text ist schon vor ein paar Jahren zum Weltfrauentag entstanden. Und er passt heute noch genauso.
Denn manches gilt zeitlos für Frauen, die ihr Leben bewusst erleben wollen.
Hier mein damaliger Text – unverändert.
Über Sockel und Frauenpower
Die Jeanne d’Arc der Franzosen und ihre ebenso kämpferische Marianne, und als nächstes fällt mir dann schon nur die »Tine« auf dem Husumer Marktplatz ein, obwohl ich in München zu Hause bin. Die Bavaria erst danach. Und sonst: an jeder Ecke duldsame Marienfiguren. Dagegen blicken uns von den meisten Plätzen männliche Größen an, in Übergröße dargestellt, fast immer auf einem hohen Sockel und zusätzlich noch hoch zu Ross.
Es hat sich viel getan in unserem Land. Kämpferinnen haben uns von vielen Ungerechtigkeiten befreit. Wir Frauen dürfen uns – im Gegensatz zu anderen Ländern – frei bewegen und seit gut einhundert Jahren sogar frei wählen. Auf mächtigen Sockeln jedoch sind wir immer noch nicht zu finden.
Frauen auf Sockel stellen?
Die meisten Frauen suchen keine Sockel. Natürlich verleihen uns auch Stöckel, unsere High Heels, einige Macht. Leider geht diese Form von Macht eher in die Hose und erreicht unsere Gesprächspartner nur partiell. Aber was suchen wir dann? Welche Formen bleibender Darstellung könnten unsere Städte von nun an zieren, auch ohne Schwert und hohes Ross? Wie kommen weibliche Köpfe in moderne Ruhmeshallen und Parks?
Die weibliche Revolution schleicht schon seit Jahrzehnten dahin, mal trotziger, mal seichter. Doch kommt eine echte Revolution wirklich ohne Köpferollen aus? Müssen wir denn erst die ganzen Statuen zerschlagen, damit Gleichstand herrscht? Damit in der Bevölkerung rüberkommt: Wir Frauen wollen nicht auf Sockeln stehen und trotzdem mitreden. Immerhin dringt in den Sprachgebrauch zunehmend das Gendern ein, um Frauen zusammen mit diversen Geschlechtern eine Daseinsform zu geben.
Warum eigentlich nicht auf Sockel?
Wir Frauen wollen ebenfalls wahrgenommen werden.
Warum eigentlich nicht auf Sockeln?
Ich denke gerade an das Willy-Brandt-Haus in Berlin, mit dem mächtigen Standbild seines Namensgebers. Und stelle mir ein Angela-Merkel-Haus in der Nachbarschaft vor, mit einer Tafel über dem Eingang, mit der bescheidenen Inschrift: Angela Merkel – Bundeskanzler Bundeskanzlerin. Genügt uns das?
und er gehört hier im Blog zu meiner Reihe „Die Erlebnisfrau“ – Gedanken, Geschichten und Mutmacher für Frauen, die ihr Leben nicht nur organisieren, sondern erleben wollen.
Wer schreibt hier?
Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.
Im Lebensziele-Kalender steht jeder Monat unter einem kleinen Denkimpuls. Der März stellt eine einfache Frage:
In welcher Situation haben Sie schon einmal gedacht: „Oh, ist das schön hier – das sollte nie aufhören?“
Viele Menschen kennen diesen Moment. Er tritt plötzlich auf: bei einem Gespräch, während einer Wanderung, bei einem gelungenen Arbeitstag oder einfach in einer ruhigen Stunde.
Der Kalender lädt dazu ein, diese Situation nicht nur kurz zu genießen, sondern genauer hinzuschauen.
Was hinter dieser Frage steckt
Die zweite Frage des Monats lautet:
Können Sie diese Situation wiederholbar und jederzeit abrufbar machen?
Damit verschiebt sich der Blick. Nicht mehr nur das Gefühl zählt, sondern auch die Struktur dahinter.
Was genau war in diesem Moment anders?
Der Ort?
Die Tätigkeit?
Die Menschen?
Die eigene Haltung?
Wer solche Situationen erkennt, entdeckt oft Hinweise auf eigene Lebensziele.
Warum solche Fragen hilfreich sind
Viele Ratgeber beginnen bei großen Zielen. Der Lebensziele-Kalender geht einen anderen Weg.
Er beginnt bei realen Erfahrungen.
Das hat einen Vorteil: Erlebnisse, die bereits gut waren, enthalten oft Hinweise darauf, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist.
Der März-Impuls lädt deshalb dazu ein, solche Momente zu sammeln und bewusst zu beobachten.
Ein praktischer Umgang mit dem Impuls
Eine einfache Methode ist ein kleines Notizritual.
Notiere dir Situationen, in denen du denkst:
„So dürfte es öfter sein.“
Nach einigen Wochen entsteht daraus ein Muster. Und dieses Muster zeigt oft deutlicher als jede Theorie, wohin sich das eigene Leben entwickeln könnte.
Der Lebensziele-Kalender
Der Impuls gehört zu meinem Kalenderprojekt „Klare Lebensziele finden“. Jeder Monat stellt eine andere Frage, die zur Selbstreflexion einlädt.
Die Idee dahinter ist einfach: Nicht große Vorsätze stehen im Mittelpunkt, sondern kleine Beobachtungen des eigenen Lebens.
Wer regelmäßig innehält, erkennt mit der Zeit klarer, was bleiben darf – und was nicht mehr passt.
Warum dieses Gerät mein Vertrauen in den Menschen stärkt
Der Stromkasten auf Hallig Hooge
Wieder einmal naht der Weltuntergang. Der Mensch zerstört seinen Planeten, heißt es. Und die KI beschleunigt seinen Abgang. So lauten viele Kommentare, Meinungen, vermeintliche Gewissheiten. Doch wenn ich dieses Foto betrachte, spüre ich leise, aber bestimmt: Der Mensch wird es auch diesmal schaffen.
Ich komme gerade von der Hallig Hooge zurück. Es ist Januar – für mich als Münchnerin eine fremde, außergewöhnliche Welt. Landunter wollte ich erleben, doch meine Bestellung ging nicht auf.
Extremsituationen kenne ich aus den Bergen. Wenn der Schnee höher fällt als erwartet, wenn Wege verschwinden und Hütten eingeschlossen sind, dann organisiert man sich. Menschen haben Vorräte, suchen Lösungen, improvisieren. So ist es auch auf der Hallig. Verhungern tut hier niemand.
Mein Mann und ich als Touristen standen dennoch kurz vor der Herausforderung: Unsere Vorräte gingen zur Neige, Restaurants hatten geschlossen, und der Halligkaufmann – ein kleiner EDEKA – hatte Öffnungszeiten, die sehr winterlich reduziert waren. Mittwoch geschlossen. Donnerstag: „Aus besonderen Gründen geschlossen.“ So lebten wir von Päckchensuppen und dem letzten Kanten Brot. Milch zum Kaffee wurde zum Luxusgedanken.
Dann stand ich im Hafen, schaute hinaus auf Wind, Wasser und Weite – und sah dieses Gerät. Ein Stromkasten, scheinbar banal. Doch auf der Hallig ist nichts banal.
Wenn Sturm von Osten kommt, fährt keine Fähre – Niedrigwasser schließt die Hallig von der Außenwelt ab. Kommt der Sturm von Westen, drückt das Meer über den niedrigen Deich. Landunter. Tiere werden auf die Warften gebracht, Möbel ins Obergeschoss getragen, Türen und Fenster schottendicht gemacht. Für die Bewohner Alltag, für uns Fremde kaum vorstellbar.
Der Mensch richtet sich ein. Er ist vorbereitet.
Und dieser Stromkasten? Er hängt in einem stabilen Metallgestell, beweglich, hochziehbar mit einem Flaschenzug – vielleicht einzigartig auf der Welt. Wenn das Wasser kommt, wird er einfach nach oben gekurbelt, außer Gefahr gebracht. Danach wieder heruntergelassen. Strom bleibt möglich.
Es mag kindlich klingen, aber solche Beobachtungen sind für mich Hoffnungsquellen. Überall auf der Welt lebt der Mensch in Extremen – und überall findet er Lösungen. Der Mensch ist Natur, aber auch Erfindergeist.
Während ich den hochziehbaren Stromkasten betrachtete, überkam mich ein unerwartet zufriedenes Lächeln. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen.
Denn so oft der Mensch auch an seine Grenzen stößt – er sucht, er findet, er richtet sich ein. Nicht nur für die Hallig, nicht nur für mich, sondern für uns alle.
Auf diesem YouTube-Video habe ich den Essay für dich eingesprochen und mit stimmungsvollen Bildern hinterlegt. Du kannst es dir hier ansehen.
Zusammenfassend: Auf Hallig Hooge erlebt man, wie Menschen mit Wind, Wasser und „Landunter“ leben. Das Foto eines hochziehbaren Stromkastens am Hafen zeigt eine überraschend einfache Lösung für ein großes Naturproblem. Eine kleine Beobachtung über Halligleben, Erfindergeist und Vertrauen in die Anpassungsfähigkeit des Menschen. Er wird es schaffen.
Manchmal ist die größte Liebeserklärung kein Wort.
Sondern eine Decke. Und ein Mensch, der sie über dich legt.
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