Kategorie: Bleibendes. Bestehendes. Begleitendes.

In dieser Kategorie finden sich Texte, die über längere Zeit wirken dürfen.
Gedanken, Serien, Rückblicke und Erfahrungen, die nicht nur für den Moment geschrieben sind.
Texte, die man wiederlesen kann – und die mitgehen, statt schnell zu vergehen.

Diese Texte sind

  • rückblickend

  • zusammenfassend

  • bündeln Erfahrung

  • sind zum Immer-wieder-Lesen geeignet

  • Aphorismen
  • Ein neues Jahr beginnt – und ich sage schon jetzt Danke

    Ein neues Jahr beginnt – und ich sage schon jetzt Danke

    Der 2. Januar ist für mich kein Tag für große Vorsätze.
Er ist ein Tag zum Innehalten, Sortieren und Dankbarsein.
    Zwischen den Jahren habe ich mir Zeit genommen – nicht für To-do-Listen, sondern für Bilder. Für Erinnerungen. Für das, was war und weiterwirken darf.

    Mein Visionboard zum Jahreswechsel

    Am 31. Dezember habe ich mir ein Visionboard gestaltet.
Nicht aus fremden Zeitschriften, sondern aus meinen eigenen Lieblingsfotos des vergangenen Jahres.
    Fotos von Wegen, Begegnungen, Momenten, die mich berührt haben.
Bilder, die mir zeigen, was mir wichtig ist, auch wenn ich es im Alltag manchmal vergesse.
    Dieses Visionboard ist kein Zielplan.
Es ist eine Erinnerung an meine innere Richtung.

    Danke sagen – schon am Jahresanfang

    Der Januar meines Lebensziele-Kalenders 2026 steht unter dem Zeichen des Dankes.
Nicht am Jahresende – sondern gleich zu Beginn.
    Danke für das, was war.
Danke für Erfahrungen, auch für die unbequemen.
Danke für das Leben, so wie es sich gezeigt hat.
    Dankbarkeit klärt den Blick.
Sie macht nicht blind für Wünsche – sie macht sie ehrlicher.

    Lebensziele brauchen keine Hast

    In meinem Kalender-Seminar 2026 lade ich dazu ein, jeden Monat eine stille Frage zuzulassen.
Keine Leistung, kein Druck, kein „Ich müsste“.
    Im Dezember geht es um das Visionboard.
 Im Januar um das bewusste Danke-Sagen.
    Beides gehört zusammen:
 das Erinnern 
– und das Ausrichten
    Lebensziele entstehen nicht aus Eile, sondern aus Aufmerksamkeit.

    Was mich ins neue Jahr trägt

    Wenn ich heute, am 2. Januar, auf mein Visionboard schaue, spüre ich:
 Ich muss nicht neu anfangen.
I ch darf weitergehen.
    Mit dem, was sich bewährt hat.
 Mit dem, was wachsen will.
 Und mit der Erlaubnis, mir Zeit zu lassen.

    Vielleicht magst du dir in diesen Tagen auch einen Moment nehmen –
 für Bilder, für Dankbarkeit, für deine eigene leise Richtung.

    Der Lebensziele-Kalender ist eine Einladung, sich selbst übers Jahr hinweg nicht zu verlieren.
Monat für Monat. Frage für Frage.

    Titelseite des Lebensziele-Kalenders 2026 mit dem Titel „Kalender-Seminar – Klare Lebensziele finden“

    Wenn du magst, schau ihn dir hier ein wenig genauer an. Du kannst ihn dir herunterladen und digital nutzen – jeden Monat ein weiterer Impuls, deine Ziele neu zu erforschen.

    Und ein weiteres Herzensprojekt zum Jahresende? Heitere TORheiten aus Hermannstadt in einem Kalender 2026

    Ein Hoftor, daneben etwa 50 Hoftore als Galerie. Text: TORheiten aus Hermannstadt. Links daneben das Cover einer Siebenbürger Studienarbeit mit Coverfoto einer prachtvoller Frauentracht
    Viele Hoftor-Fotos ergeben zusammen mit meinen Zweizeilern heitere TORheiten.

    Meine Reise ins Land meiner Vorfahren, nach Siebenbürgen und Hermannstadt im Jahr 2024, hat mich zu einem humorvollen Projekt inspiriert: Ich fotografierte über 50 Hoftore in der Stadt und dachte mir dazu witzige Zweizeiler aus. Daraus erstellte ich einen Jahreskalender 2026 mit 53 Wochenseiten. Und als Kompaktversion auch einen Monatskalender mit 13 Seiten. Du kannst ihn hier anschauen und bestellen: TORheiten-Kalender

    Mit TORheiten versorg dein Leben!
    Dann lernen Sorgen wegzuschweben.

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Über das Schenken – ein Text zum Heiligabend, vielleicht zum Nachdenken

    Über das Schenken – ein Text zum Heiligabend, vielleicht zum Nachdenken

    Heiligabend ist der eine Abend im Jahr, an dem das Schenken mehr ist als eine Geste. Das Schenken nicht feierlich zu verklären, sondern ehrlich zu betrachten, dazu lädt der folgende Text ein. Er stammt aus meinem Buch Das Buch für alle Tage.

    Gedanken über Geben, Nehmen und die feinen Zwischentöne

    Was geschieht eigentlich, wenn wir schenken?
    Welche Absicht steht dahinter – und was macht das mit dem Gegenüber?
    Der folgende Text stellt diese Fragen und versucht, Klarheit zu schaffen.

    Über das Schenken

    Geschenke sind bekanntlich zweischneidig: Mal treffen sie voll ins Herz des Beschenkten, mal sind sie total daneben.
    Hinreichend belegt ist die zweite Aussage mit dem altbekannten Deo-Beispiel: Die Bürokollegin hat Achselschweiß und man traut sich nicht, es ihr zu sagen, also schenkt man ihr kommentarlos ein Deo. Im Beispiel nimmt es die besagte Kollegin kommentarlos an. Fortan aber ist das Verhältnis frostig. Ob sie von da an auch wirklich nicht mehr unangenehm riecht, wird nicht dokumentiert.
    Nicht zu trennen von Geschenken ist die ebenso brenzlige Thematik »Geben« und »Nehmen«. Genauso gut geben können wie nehmen können. Mit welcher Absicht wird gegeben? Tue ich mir selbst einen Gefallen oder ist es echte Liebe zum Nächsten? Schenke ich dann vielleicht auch noch im Verborgenen? Das gilt in unserer Kultur als die echteste Schenkmotivation, die selbstloseste. Sie transportiert etwas Hehres. Jedes Kind lernt, dass solche Wohltätigkeit irgendwie irgendwann wieder belohnt wird. Im Geschäftsleben mag eher die andere Version ihre Berechtigung haben: Tue Gutes und rede darüber. Lass dir eine Spendenquittung geben. Lass dich, mit dem Scheck in der Hand, von der Presse ablichten.
    Geschieht Schenken aus dem Wunsch heraus, eine Beziehung zu pflegen? Also voller Absicht? Vielleicht eine Verpflichtung auszugleichen? Oder mit dem Beweggrund, beim anderen einen festgestellten Mangel auszugleichen, wie im Deo-Beispiel? Nicht untereinander geklärt wurde hier, ob beide Parteien dasselbe Bedürfnis haben – denn befriedigt wurde da nur der Wunsch der schenkenden Kollegin.
    Manche Geschenke gehen unter der Bedingung raus, dass doch bitte ein Gegengeschenk auf dem nächsten Geburtstagstisch oder unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Oder dass mit dem Geschenk, zum Beispiel dem Erbe, so verfahren wird, wie der Erblasser es verordnet hat. Hier handelt sich der Beschenkte eine Verpflichtung ein.
    Damit wird die Lust zur Dankbarkeit getrübt.
    Wie wäre es mal andersherum:
    Danke sagt nicht nur der Beschenkte, sondern auch der Schenkende. Denn er hat mit seiner Gabe die beglückende Möglichkeit, wieder Gerechtigkeit im System herzustellen. Danke, dass ich dir etwas geben darf. Ich darf dir doch hoffentlich was schenken? Bitte sei so gut und nimm es.
    So würde manchmal auch das »Nehmen« einfacher.
    Natürlich nicht für solche, die ohnehin lieber nehmen als geben. Man wüsste da so manche in unserem Staat, die fürs Nehmen kein Weihnachten brauchen.

    aus: Irmgard Rosina Bauer, Das Buch für alle Tage, 2024

    Vielleicht ist Heiligabend genau der richtige Moment, das Schenken neu zu denken – nicht größer, nicht besser, sondern ganz einfach bedachter.

    Mehr Gedanken rund um Weihnachten gebe ich dir hier:

    Cover des Weihnachts-Booklets Alle Jahre wieder von Irmgard Rosina Bauer mit grünem Hintergrund, roter Schleife und humorvoller Illustration eines feststeckenden Weihnachts-Elfs.
    Inhaltsverzeichnis des Weihnachtsbooklets mit Gedichten und Texten zur Advents- und Weihnachtszeit

    Dies sind zwei Kostproben aus dem Weihnachtsbooklet „ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit“

    Gedichtseite ‚Kerze Zwei‘ aus dem Weihnachts-Booklet von Irmgard Rosina Bauer mit Text über den zweiten Advent und einer Illustration eines Geschenksacks.
    Illustrative Gedichtseite ‚Ein Christbaum‘ von Irmgard Rosina Bauer mit stilisiertem Tannenbaum und typografisch angeordnetem Text über die frühe Weihnachtsverführung im Oktober.

    Hol dir hier ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit.

    Und ein weiteres Herzensprojekt zum Jahresende? Heitere TORheiten aus Hermannstadt in einem Kalender 2026

    Ein Hoftor, daneben etwa 50 Hoftore als Galerie. Text: TORheiten aus Hermannstadt. Links daneben das Cover einer Siebenbürger Studienarbeit mit Coverfoto einer prachtvoller Frauentracht
    Viele Hoftor-Fotos ergeben zusammen mit meinen Zweizeilern heitere TORheiten.

    Meine Reise ins Land meiner Vorfahren, nach Siebenbürgen und Hermannstadt im Jahr 2024, hat mich zu einem humorvollen Projekt inspiriert: Ich fotografierte über 50 Hoftore in der Stadt und dachte mir dazu witzige Zweizeiler aus. Daraus erstellte ich einen Jahreskalender 2026 mit 53 Wochenseiten. Und als Kompaktversion auch einen Monatskalender mit 13 Seiten. Du kannst ihn hier anschauen und bestellen: TORheiten-Kalender

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    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Das Sonntagshuhn

    Das Sonntagshuhn

    von König Henri IV in Frankreich

    Ein Huhn am Sonntag – das war schon für König Henry IV. in Frankreich ein Symbol für Genuss und Wohlstand. In meinem Sonntagshuhn Gedicht erzähle ich mit einem Augenzwinkern vom traditionellen Braten, vom Duft in der Küche und vom kleinen Missgeschick, wenn das Huhn … nun, lies selber. Humorvolle Poesie trifft auf kulinarische Erinnerung – ein literarisches Rezept für Lächeln und Appetit.

    Wenn dir diese poetische Auszeit gefällt, lies auch meine weiteren Texte im Blog oder hör dir meine vertonten Gedichte auf YouTube an.

    Das Sonntagshuhn

    (von Irmgard Rosina Bauer)

    Das Sonntagshuhn (nach Henry IV)

    Heut Mittag gibt’s ein Sonntagshuhn.
    Man hat damit nicht viel zu tun.
    Ich leg es in die Reine,
    und Arbeit? Hab’ ich keine.

    Es brutzelt leise vor sich hin
    und duftet für den Geruchs-Sinn,
    und schmecken wird es nachher auch.
    So ist es lange schon der Brauch

    nicht nur im schönen Franzenland,
    wo einstmals König Henry fand,
    ein jeder müss’ sich Essen leisten.
    Das Huhn gefiel ihm wohl am meisten.

    Ein Huhn jedoch ist nicht gleich Huhn,
    viel hat es mit Alter zu tun.
    Denn nach zwei Stunden Bratezeit
    ist meins noch immer nicht so weit –

    ich stech’ mit einer Gabel rein,
    doch ist es hart noch wie ein Stein!

    Für nächsten Sonntag weiß ich dann:
    den Vorzug gib dem jungen Hahn!

    Mehr davon?

    Entdecke mehr humorvolle Alltagsgedichte als Text auf meinem Blog oder als Video auf YouTube.

    👉 Wenn du Lust hast, hör dir „Das Sonntagshuhn“ als Short auf YouTube an:
    Es ist eins von meinen 111 Gedichten auf YouTube.

    📌 Alle meine Playlists auf YouTube kannst du hier entdecken:


    111 humorvolle, kurze Gedichte von Irmgard Rosina für zwischendurch. Freche Reime, die zum Schmunzeln, Lächeln und Weiterdenken einladen – Poesie mit Augenzwinkern.
    Best of Rosis Reime

    Freche Reime für gute Laune:

    Mut & Motivation in 60 Sekunden:

    Poesie zum Abschalten:

    Sonntags-Poesie:

    Reisen in Reimen:

    Quatsch mit Sinn:

    Alltagsgeschichten in Reimen:

    Herz & Liebe Gedichte:

    Gedankenfunken & Tiefgang:

  • Über die Schreibkunst

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen.

    Aus dem Leben, aus Verletzungen, aus Freuden, aus Gefühlen Kunst zu machen, ist ein Verwandlungsprozess. Natürlich auch ein Verarbeitungsprozess. Es braucht dazu eine empfindende Seele, die sich anders nicht ausdrücken kann als durch die Verwandlung. Die kein Pendant zum Reden hat, was ja ebenfalls Verarbeitung zum Ergebnis hätte.

    Dem aber gleich das Prädikat Kunst zu verleihen, wäre eine Anmaßung. Um Kunst hervorzubringen, braucht es noch mehr; kluge Köpfe haben sich darüber mit aller Kompetenz geäußert. Kunst kommt von Können. Es braucht auch Handwerkliches dazu, Umgang mit und Wissen um Materialien, um Gestaltungsregeln, um Prozesse der Kreativität und so fort.
    Handwerk in der Literatur bedeutet also ebenso: Können. Mit Worten umgehen können, sie in eine passende Reihenfolge fügen, sie in Sätzen miteinander so in Verbindung bringen, dass sie etwas Bewegendes so ausdrücken, wie ich es gern verstanden haben möchte.

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen. Immer nur anders? Ist dies das Kriterium? Ja. Alles andere wäre Abkupfern dessen, was alle auf dieselbe Weise sehen und erkennen können.
    Das Gefühlte so formen, dass der Betrachter und Leser dabei innehält und spürt: Wow, so hab ich das noch nie gesehen, aber immer schon gefühlt.

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage. Erlebtes. Erzähltes. Gereimtes.“)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Wie sollte für dich ein Schreibkunstwerk aussehen? Vielleicht ganz einfach unterhaltend? Schreib es mir gern in die Kommentare!

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    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
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    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus „Das Buch für alle Tage“ zur Verfügung gestellt.

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  • Über ein veraltetes Schönheitsideal

    Das neue Barockzeitalter

    Gerne schaue ich mir schöne Menschen an, ob am Strand, in der Fußgängerzone oder aber auf den Gemälden im Kunstmuseum. Hier allerdings werden eher vergangene Schönheitsideale dargestellt.

    An solche werde ich jetzt erinnert, während ich heute, am Sonntag, durch den Nymphenburger Schlosspark spaziere. Nicht die teils barocken Statuen, die die Wege zieren, rufen altbekannte Bilder in mir auf, sondern reale Menschen, die mit mir die Promenade teilen. Selbstbewusst tragen die Frauen enganliegende T-Shirts, und es scheint ihnen nichts auszumachen, dass somit jedes noch so kleine Fettpölsterchen zur Schau gestellt wird. Vorsätzlich zeigt man in hautengen Leggins V-förmige Figuren, wie sie Niki de Saint-Phalle erst kunstvoll in ihren Nanas herausarbeiten musste.

    In einigen vergangenen Moden waren die idealen Erdenbürger gertenschlank, zum Beispiel in Filmen, die in den Fünfzigerjahren gedreht wurden. Ich gehöre noch zu den altmodischen Menschen, die Fettpolster an Bauch, Beinen, Po mit weiten Pullis zu verbergen suchen, anstatt mit diesen zu posen. Mein Blick bleibt bewundernd an Frauen und Männern hängen, die eine schmale, schlanke Statur haben, und denen folgen meine Blicke, immer noch, so wie schon Jahrzehnte früher. Habe ich mich denn gar nicht entwickelt?

    Dass sich Moden ändern und auch wiederholen, weiß ich rein theoretisch. Schon mindestens dreimal habe ich seit meiner Jugend die Renaissance zum Beispiel des Faltenrocks erlebt, des Minirocks oder auch des wadenlangen Midirocks; der weit herunterhängenden und der kurzen Schals; der sehr breiten und der sehr schmalen Krawatte oder gar keiner; der Brille mit Goldfassung und der Hornbrille in eckig oder in Tropfenform; neben all den Evergreens, deren Erscheinungsbild alle Zeiten zu überdauern scheinen, wie zum Beispiel die kreisrunde Brille eines Bertold Brecht, eines John Lennon, die sich bei Harry Potter wiederfindet.

    Nur diese barock anmutenden Formen kann ich wohl erstmalig als neuartige Mode für mich einstufen. Nun gut, sie nahm ihren Anfang schon vor vielen Jahren, als Hüfthosen ihr Revival erlebten, was bedeutete, dass der Gürtel nicht mehr über dem Bauch zu schließen sein musste und dessen Zuwachs also keine Grenzen mehr setzte. Doch ich, ich habe es immer noch nicht begriffen! Renne noch der Schlankheit hinterher. Finde mich im Spiegel nur schön, wenn überflüssige Polster kaschiert sind. Rede an meinen Mann hin, dass er doch bitte wieder weniger Süßes essen soll. Beäuge misstrauisch die Figur meiner erwachsenen Kinder, ob sie auch drahtig bleiben. Hoffnungslos bin ich einem alten Ideal verfallen, und merke gar nicht, dass mir etwas mehr Leibesfülle gut stehen würde! Warum also sich weiterhin sträuben und sich mühevollen Diäten unterziehen?

    Nur die Modeindustrie hat’s anscheinend noch nicht kapiert und stellt immer noch diese zerbrechlich dünnen Puppen in Schaufenster und Internet. Dabei sollten die doch Vorbild sein!

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage„)

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    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
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    Den Text „Über ein veraltetes Schönheitsideal“ habe ich aus Das Buch für alle Tage zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

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  • Über Waschmaschine und Computer

    Wie oft sagte ich: Ich möchte, dass mein Computer wie meine alte Waschmaschine funktioniert! Den einen Knopf drücken, läuft. Zehn, fünfzehn Jahre lang auf dieselbe Weise.

    Was musste ich nicht alles in den letzten zehn Jahren an immer wieder neuen Computern Neues hinnehmen und lernen. Simpelstes Beispiel, das wir alle kennen: Die Umstellung auf ein neues Betriebssystem. Wir müssen da mithalten, sonst sind wir raus. Also haben wir nicht mal eine Wahl. Kein anderes Werkzeug hat so viel Eigensinn wie mein Computer; möchte so oft erneuert werden. Und in wie viele Handymodelle habe ich mich schon eingearbeitet! Im Lauf der Jahre wich die Lust an Neuem dem Frust am Umgewöhnen und der Furcht vor Datenverlust.

    Ja, durchaus tolle Funktionen gibt es auf modernen Geräten. Man nehme das Smartphone. Was das alles kann! Daran war vor wenigen Jahren nicht mal zu denken!

    Dass das Gerät so viel kann, heißt aber noch lange nicht, dass auch ich das alles kann. Mühsam muss ich mir erst den Umgang wieder aneignen. Viele Tage, Wochen, ja, insgesamt sind es ganz sicher viele Monate in den letzten zehn Jahren, die ich in das Lesen von Instruktionen investiert habe, um die immer neuesten Modelle überhaupt zum Laufen zu bringen und wenigstens einige der vielen tausend Funktionen anwenden zu können. War das mein Plan? Nein. Ich wollte ein Werkzeug, das funktioniert. Hammer, Meißel, Waschmaschine.

    Dann ist da meine Neugier. Sie drängt mich immer wieder zum Blick in ein neues Internetschaufenster – und schon stecke ich wieder fest. Dabei wollte ich doch nur – ja, was wollte ich denn ursprünglich tun? Ich weiß es gar nicht mehr. Bin schon längst in den Fängen des Computerteufels, der mich geradewegs in die Hölle des Trial and Error geführt hat, dabei wollte ich doch nur – und da leide ich nun. Geduldig probiere ich Verschiedenes aus, um da wieder herauszukommen, lange Zeit, bis ich mich mit einem lauten Schrei, der meine Nachbarn aufschreckt, aus dem Sessel erhebe: »Mir reicht’s! Ich werf’ die Waschmaschine an!«

    Und da steht sie, seit Jahren an derselben Stelle im Badezimmer. Noch immer wütend, stülpe ich den Wäschekorb auf den Fliesenboden aus und beginne die Wäsche zu sortieren. Dabei spüre ich Ruhe aufkommen. Dass es so einfach sein kann! Seit Jahren dasselbe. Ich fülle die Trommel mit »Bunt, 40 Grad«. Und drücke den Knopf. Seit Jahren denselben. Ooh!

    (zitiert aus „Das Buch für alle Tage

  • Über das Schenken

    Geschenke sind bekanntlich zweischneidig: Mal treffen sie voll ins Herz des Beschenkten, mal verletzen sie es.

    Hinreichend belegt ist die zweite Aussage mit dem altbekannten Deo-Beispiel: Die Bürokollegin hat Achselschweiß und man traut sich nicht, es ihr zu sagen, also schenkt man ihr kommentarlos ein Deo. Im Beispiel nimmt es die besagte Kollegin kommentarlos an. Fortan aber ist das Verhältnis frostig. Ob sie von da an auch wirklich nicht mehr unangenehm riecht, wird nicht dokumentiert.

    Nicht zu trennen von Geschenken ist die ebenso brenzlige Thematik „Geben“ und „Nehmen“. Genauso gut Gebenkönnen wie Nehmenkönnen. Mit welcher Absicht wird gegeben? Tue ich mir selbst einen Gefallen oder ist es echte Liebe zum Nächsten? Schenke ich dann vielleicht auch noch im Verborgenen? Das gilt in unserer Kultur als die echteste Schenkmotivation, die selbstloseste. Sie transportiert etwas Hehres. Jedes Kind lernt, dass solche Wohltätigkeit irgendwie irgendwann wieder belohnt wird. Im Geschäftsleben mag eher die andere Version ihre Berechtigung haben: Tue Gutes und rede darüber. Lass dir eine Spendenquittung geben. Lass dich mit dem Scheck in der Hand von der Presse ablichten.

    Geschieht Schenken aus dem Wunsch heraus, eine Beziehung zu pflegen? Also voller Absicht? Vielleicht eine Verpflichtung auszugleichen? Oder mit dem Beweggrund, beim anderen einen festgestellten Mangel auszugleichen, wie im Deo-Beispiel? Nicht untereinander geklärt wurde hier, ob beide Parteien dasselbe Bedürfnis haben – denn befriedigt wurde da nur der Wunsch der schenkenden Kollegin.

    Manche Geschenke gehen unter der Bedingung raus, dass doch bitte ein Gegengeschenk auf dem nächsten Geburtstagstisch oder unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Oder dass mit dem Geschenk, zum Beispiel dem Erbe, so verfahren wird, wie der Erblasser es verordnet hat. Hier handelt sich der Beschenkte eine Verpflichtung ein.

    Damit wird die Lust zur Dankbarkeit getrübt.

    Wie wäre es mal andersherum:

    Danke sagt nicht nur der Beschenkte, sondern auch der Schenkende. Denn er hat mit seiner Gabe die beglückende Möglichkeit, wieder Gerechtigkeit im System herzustellen. Danke, dass ich dir etwas geben darf. Ich darf dir doch hoffentlich was schenken? Bitte sei so gut und nimm es.

    So würde manchmal auch das „Nehmen“ einfacher.

    Natürlich nicht für solche, die ohnehin lieber nehmen als geben. Man wüsste da so manche in unserem Staat, die für‘s Nehmen kein Weihnachten brauchen.