Weihnachten darf auch frech sein

Humorvoller Weihnachtsbeitrag von Irmgard Rosina über Besinnlichkeit, kleine Widersprüche und Weihnachten mit Augenzwinkern.

Weihnachten soll besinnlich sein, ja.

Still. Friedlich. Liebevoll. Harmonisch.

Und am besten sitzen alle Menschen gleichzeitig mit einem glücklichen Lächeln unter dem Weihnachtsbaum, verstehen sich hervorragend und sind dankbar.

Selten ist Weihnachten so.

Farbenreiche buddhistische Statue mit mehreren Armen und gefalteten Händen vor einem flammenförmigen roten Hintergrund.
Wir suchen Besinnlichkeit woanders. Warum eigentlich?

Ich mag Weihnachten. Aber bitte mit Augenzwinkern.

Denn Weihnachten ist voller kleiner Widersprüche.

Wir wünschen uns Ruhe – und hetzen durch die Geschäfte.

Wir wollen weniger Stress – und planen drei Wochen (oder drei Monate?) lang das perfekte Fest.

Wir sagen: „Wir schenken uns dieses Jahr wirklich nichts.“

Wie fad aber!

Auch der Nikolaus kriegt sein Fett weg

Mein Gedicht „Alle Jahre wieder“ beginnt ganz harmlos:

Alle Jahre wieder
kommt der Nikolaus.
Geht, als roter Krieger,
bei uns ein und aus.

Und dann nimmt die Sache ihren Lauf:

Der Nikolaus wird auf Herkunft, Integration und unsere merkwürdigen Gewohnheiten abgeklopft.

Nicht böse, aber der Humor piekst ein bisschen. Hältst du das aus?

Besinnlich heißt nicht humorlos

Erwartungen über Erwartungen – alles soll schön sein, soll stimmen, alle sollen sich freuen. Geht das denn überhaupt?

Das alles darf sein, aber …

… ein bisschen Frechheit tut dem Fest gut

„Frohe Weihnachten“ sagen, dabei aber schmunzeln dürfen und dann kurz innehalten mit augenzwinkernden Reimgeschichten, die ein bisschen querstehen und Gedanken, die nicht nach Lametta klingen. Oder etwa doch?

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder

kommt der Nikolaus.

Geht, als roter Krieger,

bei uns ein und aus.

__

So wie der darf man nicht sein!

So fremd! Geh endlich wieder heim!

Sie möchten ihn gern remigriern

und ihn zur Rückkehr animiern.

Weil er kein Deutscher, allerhand!

Die will man nicht in unserm Land.

Zurück nach Myra soll er gehn!

Und dort Sozialhilfe erflehn!

Soll er doch denen Gutes tun!

Bei uns ist das nicht opportun!

So manchen trifft es dann gleich mit,

weil Niklaus sprüht vor Kolorit:

Der „Klaus“ wird nicht mehr gern gesehn,

am besten sollt‘ er gleich gestehn!

Ich frag mich, was aus „Niklas“ wird.

Der Name ist doch unerhört!

Und wer sein Kind „Nicole“ genannt,

gehört nicht mehr in unser Land!

„Nicolas“ Eltern – sieh dir an,

den Dreck der an ihr’m Stecken dran!

Weiters: „Marias“ sollen gehn:

Wie fremd ist uns doch Bethlehem!

Und: Wer „Josef“ heißt, geb‘ Acht!

Ihm wird bald der Garaus gemacht.

Christus auch, dass ich nicht lache,

der sprach ja nicht mal unsre Sprache!

Die Botschaft, die von ihm noch bliebe,

handelt schließlich bloß von Liebe!

Sie alle: Weg aus unsrem Land!

Die Fremden hab’n uns überrannt!

__

Alle Jahre wieder

fehlt das Christuskind.

Angst vor allem Fremden

macht uns manchmal blind.

Irmgard Rosina Bauer

Und was schenkt man mit meinem Büchlein „Alle Jahre wieder„?

Gar nichts Großes: Ein Gedicht, eine kleine Geschichte, einen Gedanken zum Ausdrucken.

Etwas, das nicht noch mehr Platz im Schrank braucht.

Etwas, bei dem jemand erst mal zusammenzuckt und gleich danach denkt:

„Aber irgendwie hat sie recht.“

Mit so einer Reaktion wäre ich voll zufrieden.

Wer Weihnachten ebenfalls lieber mit einem kleinen Augenzwinkern mag, findet auf meiner Seite auch meine digitalen Geschenkideen, Weihnachtsgedichte und Reimgeschichten.

Zu meinen digitalen Geschenkideen:
https://irmgardrosina.de/digitale-geschenkideen/

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