Schlagwort: Augenzwinkern

  • Was ein Käsebuffet mit meinem Autorenleben zu tun hat

    Was ein Käsebuffet mit meinem Autorenleben zu tun hat

    Zu einer großen Familienfeier habe ich vor kurzem wieder ein farbenfrohes Käsebuffet gestaltet.

    Dabei kam ziemlich viel altes Wissen zum Einsatz: aus einer früheren Lebensphase, aus meinem Delikatessenladen „Gourmetrion“.

    Jede Käsefamilie soll vertreten sein: Ein Weißschimmel, ein Rotschmierer, ein Bleu, ein Harter, eine Ziege, ein Schaf … Was passt von der Form und Größe her zusammen, wo braucht es noch Farbe. Und so wichtig: Welche Deko macht Atmosphäre und Lust zum Zugreifen, wie viel davon, wie über das Buffet verteilt? Punktuelle Anhäufung oder in kleinen Happen verstreut?

    Und: Wie viel ist genug – und wann wird aus Vielfalt einfach nur Überfülle?

    Üppiges Käsebuffet mit verschiedenen Käsesorten, Trauben, eingelegtem Gemüse und Weinflaschen; eine Frau stellt sich gerade einen Teller zusammen.

    Während ich Käse, Trauben, Physalis, Brot und kleine Besonderheiten arrangierte, dachte ich plötzlich:

    Eigentlich arbeite ich heute als Autorin gar nicht so anders.

    Ich schreibe Kurzgeschichten und Reimgeschichten und packe sie in Bücher. Ich fotografiere, arbeite mit Audio, erzähle von Reisen, Herkunft, Familie, Freiheit, Neuanfang und den kleinen Absurditäten des Alltags.

    Auf den ersten Blick ist das ziemlich viel.

    Auf den zweiten geht es um dasselbe wie beim Käsebuffet: auswählen, kombinieren, anordnen – und aus vielen einzelnen Dingen ein sinnliches Ganzes entstehen lassen.

    Ein gutes Buffet besteht ja auch nicht nur aus einer einzigen Käsesorte.

    Gerade die Unterschiede machen es interessant.

    Der eine greift zum kräftigen Bergkäse, die andere zum milden Brie, jemand entdeckt etwas, das er noch nie probiert hat. Man schaut, kostet, vergleicht, kommt ins Gespräch.

    So wünsche ich mir auch die Arbeit an meinem Werk.

    Viele Abteilungen – ein Haus

    Oft habe ich mich gefragt, ob meine vielen Themen vielleicht zu unterschiedlich sind, ob ich mich nicht auf ein Genre festlegen müsste.

    Mein Käsebuffet ist heute zu einem ganzen Kaufhaus geworden, mit verschiedenen Abteilungen:

    • Herkunft und Siebenbürgen
    • Reisen und Lebenswege
    • zweite Lebenshälfte und Neuanfang
    • Humor und Augenzwinkereien
    • Gedichte und Fototexte
    • Bücher, Hörstücke und Geschichten

    Die Abteilungen sind für sich unterschiedlich, und doch gehören sie zusammen.

    Hinter allem steckt derselbe Blick: neugierig, lebensnah, alltagstauglich, manchmal schräg – und mit viel Lust aufs eigene Leben.

    Fülle ist nicht dasselbe wie Überladung

    Das habe ich beim Käsebuffet wieder gemerkt.

    Vieles nebeneinander kann wunderbar wirken – wenn es bewusst zusammengestellt ist.

    Das gilt für Käseplatten und kreative Arbeit – und sogar fürs Leben.

    Wir müssen nichts, gar nichts, weglassen, was zu uns gehört, was uns ausmacht, auch unsere Ecken und Kanten sind liebenswert.

    Manchmal müssen wir nur besser erkennen, wie es zusammenpasst – und wie wir uns präsentieren.

    Und wenn am Ende jemand stehen bleibt, schaut, lächelt und sagt: „Oh, das hätte ich jetzt gern probiert“ – dann ist schon ziemlich viel gelungen.

    → Hier geht’s weiter durch das Irmgard-Rosina-Autorinnen-Kaufhaus

  • Abenteuer gesucht. Gefunden. Verreimt.

    Abenteuer gesucht. Gefunden. Verreimt.

    Ein Gedanke für heute

    Manche Menschen sammeln Briefmarken, andere Kühlschrankmagnete.

    Ich sammle Abenteuer. Gerne die ganz großen, aber auch die kleinen, über die man sich erst später wundert.

    Die Geschichte

    Ja, ich bin eine Rumtreiberin. Und eine Diebin. Ja, ich bin gerne unterwegs und stehle mit den Augen.

    Doch dann gebe ich mein Diebinnengut auch wieder her – umgewandelt in Reimgeschichten, in Augenzwinkereien über Wein und Rauschen, über Koffer und Kompass, über Wald und Wunder, über Jahr und Tag, über Sonntage und was auch immer da noch kommen wird, worüber ich neue Reimgeschichten schreiben kann.

    Unterwegs interessieren mich keine Fünf-Sterne-Hotels, außer, es passiert darin das, was mich fasziniert und verwundert: Die Natur als solche (die fehlt mir dort) und die Natur im Menschlichen.

    Mich interessiert der Mann, der seinen Hund spazieren führt, obwohl der Hund offensichtlich lieber zu Hause geblieben wäre.

    Mich interessiert die Gans, die glaubt, sie habe Vorfahrt.

    Oder das Gartentor, das aussieht, als hätte es heute schlechte Laune.

    Manchmal bleibe ich da zum Fotografieren stehen, manchmal zum Schmunzeln – und irgendwann reimt sich plötzlich alles.

    Blaues Straßenschild mit japanischer und lateinischer Beschriftung in Japan. Das Foto symbolisiert Orientierung, Fremde und den Beginn eines neuen Reiseabenteuers.
    Manche Reimgeschichten beginnen mit einem Straßenschild, das man nicht einmal aussprechen kann.

    Mein Gedanke

    Meine Abenteuer enden oft in einer gereimten Form, in einem Foto, in einem Buch, auch als gesprochene Worte in einer YouTube-Playlist. Da nehme ich euch mit.

    Denn ich habe festgestellt: Die Welt ist voller Geschichten.

    Man muss sie nicht erfinden., man muss sie nur entdecken.

    Passend zu diesem Gedanken

    Genau so entstehen meine Reimgeschichten.

    Aus schrägen Begegnungen, aus kleinen Missgeschicken der Natur, der Menschen und in Momenten, die man übersehen könnte.

    „Ach, da gibt es doch noch ein unpassend-passendes Foto“, assoziiere ich dann – und so werden aus poetischen Spaziergängen kleine Bücher: Augenzwinkereien.

    Und jetzt bist du dran

    Wann hast du zuletzt über etwas gelacht, das eigentlich völlig alltäglich war?

    Vielleicht wartet dort schon meine-deine nächste Geschichte. So wie diese:

    Ja richtig, dies ist eine augenzwinkernde Einladung, meinen Shop zu besuchen.

    Komm doch mal rein!

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