Poesie & Reime · Februartext
Wenn der Februar nach Frühling riecht
Es gibt diesen Moment im Jahr, in dem der Winter plötzlich den Halt verliert. Noch liegt Schnee – aber darunter regt sich schon etwas. Erste Farben, erste Düfte, erste Unruhe.
Genau dort entsteht Aufbruchstimmung: zwischen Schneeglöckchen, Lichtstreifen – und einem Blick in die eigene Küche.
Dieses Gedicht über Aufbruch im Frühling verbindet Naturbeobachtung mit einem Augenzwinkern Richtung Alltag. Denn während draußen alles sprießt, zeigt die Sonne drinnen, was der Winter gut versteckt hat.


🌱 Der Text: „Aufbruch mit Nebenwirkungen“
Aufbruch mit Nebenwirkungen
Schneeglöckchen
statt nur weißem Schnee:
Der Winter kriegt endlich den Dreh.
Und flächendeckend, guter Dinge,
leuchten gelb die Winterlinge.
Krokusse bedecken Wiesen,
man weiß, dass bald die Tulpen sprießen.
Schlüsselblumen, im Wettlauf,
schließen flugs den Frühling auf.
Fürs Auge grün, scharf für den Bauch,
steigt in die Nase der Bärlauch.
Die Tage werden immer länger,
gleichzeitig wird mir bang und bänger
wenn ich in der Küche steh.
Ich seh zwar grob die Sonne lachen,
doch zeigt sie schon beim Frühstückmachen
von Osten her den Staub, herrje.
Im Winterdunkel gut verborgen,
schickt der mich schnell „Glasrein“ besorgen –
doch halt ich’s aus bis übermorgen.
© Irmgard Rosina Bauer
Du kannst es auch auf YouTube anhören, da habe ich es eingesprochen (57“)
Natur im Aufbruch – Mensch im Zwiespalt
Während draußen alles wächst, zeigt sich drinnen das Gegenteil: Staub, Schlieren, Winterreste.
Der Frühling bringt eben nicht nur Licht – sondern auch Erkenntnis. Wie immer hilft Humor, um damit umzugehen.
Warum uns Frühlingsgedichte so berühren
Gedichte über den Frühling sind mehr als Naturbeschreibungen. Sie spiegeln innere Prozesse:
- Neubeginn
- Erwachen von Energie
- leichte Unruhe
- Veränderungsimpulse
Gerade der Februar steht für diese Schwelle: noch Winter – und doch schon Aufbruch.
Weiterlesen im Themenraum
Mehr Texte zwischen Natur, Humor und Lebensbeobachtung findest du in den Themenräumen:
Bleibendes. Bestehendes. Begleitendes. · (Arbeit, Wandel & Sinn)
Oder du hörst dir auf YouTube meine 11 Monatsgedichte an. „Aufbruchstimmung“ steht für Februar. Dort gibt es ein anderes Ende des Gedichts. Welches gefällt dir besser?
Hier kannst du dir die obige Textfassung auf YouTube anhören – von mir eingesprochen, 57“
Manche Gedichte begleiten durch Jahreszeiten. Aus solchen Texten entstehen bei mir Lesungen, Audiofassungen oder kleine poetische Sammlungen – für Momente zwischen Alltag und Aufbruch.

Schreibe einen Kommentar