Schlagwort: Siebenbürger Sachsen

  • Zwischen München und Gergeschdorf

    Zwischen München und Gergeschdorf

    Dieser Beitrag gehört zu meinem fortlaufenden Themenprojekt:

    → Zwischen München und Siebenbürgen

    Trachtengruppe der HOG Gergeschdorf beim Trachtenumzug des Heimattags der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl mit Kindern, Erwachsenen und Heimatschild in traditioneller siebenbürgisch-sächsischer Tracht.

    Die HOG Gergeschdorf nimmt erstmals am Trachtenumzug des Heimattags in Dinkelsbühl teil.

    Der Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl gehört für viele Menschen mit siebenbürgischen Wurzeln zu den emotionalsten Begegnungsorten zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Tradition, Trachten, Musik, Erinnerungen und generationsübergreifende Heimatverbundenheit kommen hier jedes Jahr zusammen.

    2026 nahm die HOG Gergeschdorf (Unterwald) erstmals am großen Trachtenumzug des Heimattags teil – mit der Startnummer 69 von über 100 Gruppen.

    Organisiert und vorbereitet wurde die Teilnahme von Hans Schuster und seiner Schwester Maria Hermann.

    „Geht doch auch einmal mit!“, hatte ihre Mutter die Geschwister schon vor Jahren ermuntert. Nun erfüllten sie diesen Wunsch – ihrer Mutter und ebenso sich selbst. Gergeschdorf erstmals im Trachtenzug vertreten zu sehen, war auch für viele ältere Teilnehmer ein bewegender Moment.

    Zwischen München und Siebenbürgen

    Dieser Beitrag gehört zu meinem fortlaufenden Themenprojekt: → Zwischen München und Siebenbürgen

    Ja, mein Stefani-Opa stammt aus Gergeschdorf. Doch ich selbst bin in München geboren – genauso wie mein Sohn Philipp, der Urenkel.

    Zwischen München und Gergeschdorf: Irmgard Rosina und ihr Sohn Philipp in traditioneller Gergeschdorfer Tracht beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Für beide wurde der Tag zu einer besonderen Begegnung mit den eigenen Wurzeln.

    Weit weg.
    Und trotzdem verbunden.

    Gerade deshalb bedeutete uns die herzliche Aufnahme innerhalb der Gergeschdorfer Gruppe besonders viel. Wir wurden nicht wie Gäste behandelt, sondern wie selbstverständlich aufgenommen.

    Der Heimattag in Dinkelsbühl wurde für uns zu einer Begegnung zwischen Herkunft, Erinnerung und Gegenwart.

    Der große Aufwand hinter den siebenbürgischen Trachten

    Ich durfte miterleben, wie viel Arbeit und Herzblut hinter einer solchen erstmaligen Teilnahme steckt.

    Über Monate hinweg wurden Trachtenteile gesammelt, gewaschen, gebügelt, ergänzt und angepasst. Am Ende konnte schließlich eine rund dreißigköpfige Gruppe mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern in authentischer siebenbürgisch-sächsischer Tracht den kritischen Blicken eines „Trachtenchecks“ standhalten.

    Mitglieder der HOG Gergeschdorf in traditioneller siebenbürgisch-sächsischer Tracht beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Die Gruppe nahm erstmals am Trachtenumzug teil.
    Rund dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer der HOG Gergeschdorf nahmen erstmals am Trachtenumzug des Heimattags teil.

    Die Anspannung im Helferkreis war deutlich spürbar – schließlich war es das erste Mal.

    Dass dies ausgerechnet im Jahr des 40-jährigen Bestehens der HOG Gergeschdorf geschah, verlieh dem Ganzen zusätzliche Bedeutung.

    Das neue HOG-Schild von Gergeschdorf wird stolz präsentiert

    Wie Heimat angezogen wird

    Als Trachten-Unerfahrene durfte ich mich den sachkundigen Händen von Maria Hermann und Katharina Lutsch anvertrauen.

    Geduldig kleideten sie mich Schicht für Schicht in die traditionelle Gergeschdorfer Frauentracht ein. Auch Philipp wurde mit Tracht ausgestattet. Besonders stolz war er, als schließlich sogar noch ein passender schwarzer Hut für ihn bereitlag.

    Während des Ankleidens wurde mir bewusst, dass Tracht weit mehr ist als Kleidung.

    Sie erzählt Geschichten:
    von Herkunft,
    von Gemeinschaft,
    von Erinnerung,
    und vom Weitergeben kultureller Traditionen zwischen den Generationen.

    Hans Schuster mit seinen Söhnen. Gemeinsam mit seiner Schwester Maria Hermann organisierte er die erstmalige Teilnahme der HOG Gergeschdorf am Trachtenumzug.
    Maria Hermann und Kathi Lutsch unterstützten mit ihrem Trachtenfachwissen tatkräftig bei der Ausstattung.

    Die beiden tragen den traditionellen Kopfschmuck verheirateter Frauen.
    Das weiße zarte Tuch wird kunstvoll um den Kopf gelegt und mit traditionellen Bockelnadeln (oft aus Silber und filigran gearbeitet) am Haupt befestigt. 

    Gergeschdorf als innerer Anker

    Gergeschdorf wurde für uns beide zu einem inneren Anker.

    Durch meinen Großvater und meinen Urgroßvater, der nach der Deportation in die ehemalige Sowjetunion schließlich in Garching bei München landete, fühlten wir uns auf besondere Weise zugehörig – auch wenn wir uns gleichzeitig als siebenbürgische Bayern verstehen.

    Vielleicht liegt Heimat manchmal genau zwischen zwei Welten.

    Wir sind gemeinsam gegangen, haben uns erinnert – und bleiben trotzdem im Heute.

    Vielleicht ist genau das Heimat.

    Hans Schuster engagiert sich: Make Gergeschdorf great again!

    Zwischen München und Siebenbürgen

    Dieser Beitrag ist Teil meines fortlaufenden Projekts „Zwischen München und Siebenbürgen“. Darin sammle ich Erinnerungen, Begegnungen, Fotos und Geschichten rund um siebenbürgisch-sächsische Heimat, Familie und Lebenswege.

    Weitere Beiträge findet ihr hier:



    Die Bildrechte der verwendeten Fotos liegen bei Irmgard Rosina Bauer.

    Über die Autorin
    Irmgard Rosina Bauer schreibt über Lebenswege, Heimat, Familie, Erinnerung und die kleinen Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

  • Zwischen Verfall und Leichtigkeit: Die Hoftore von Hermannstadt und ihre unerwartete Poesie

    Zwischen Verfall und Leichtigkeit: Die Hoftore von Hermannstadt und ihre unerwartete Poesie

    TORheiten und ihre Geschichte

    Beim Fotografieren der Hoftore in Hermannstadt fiel mir sofort etwas auf: Viele sind stark beschädigt, Spuren von 40 Jahren Sozialismus hinterlassen tiefe Spuren. Risse, abgeplatzter Putz, verblasste Farben – all das erzählt von einer Geschichte, die nicht immer nur schön war. Bei genauerem Hinsehen berührte mich dieser sichtbare Verfall, eine Mischung aus Melancholie und Resignation.

    Poesie gegen den Verfall – und dann ein Kalender

    Doch genau hier setzte meine Idee an: Statt den Verfall nur traurig zu betrachten, wollte ich der Geschichte eine andere Stimme geben. Meine Verse sind deshalb meist leicht, manchmal mit einem ironischen, fast nihilistischen Unterton. Sie nehmen die Alterserscheinungen und Verfallserscheinungen mit einer Prise Humor und Leichtigkeit. So wird etwas Schweres plötzlich leichter, etwas Zerfallenes gerade dadurch lebendig.

    grün-verblichenes Hoftor mit starken Beschädigungen, weiße Schilder tragen Texte
    3 Frauen gehen in Altstadt eine steinerne Treppe hoch
    weinrotes Hoftor in Hermannstadt an stark beschädigter Hauswand

    Spuren der jüngeren Geschichte, aufgezeigt an Hoftoren

    Diese Herangehensweise lädt ein, nicht nur das Offensichtliche wahrzunehmen, sondern auch das Verborgene – die Schönheit im Unperfekten, den Mut hinter den Rissen. Die Hoftore sind wie alte Freunde, die Geschichten erzählen, aber auch dazu einladen, das Leben nicht immer zu ernst zu nehmen.

    Mit Poesie aufgemischt

    Für mich sind diese Verse eine kleine Antwort auf den Verfall: spielerisch, wortgewandt und mit einem Augenzwinkern. Sie zeigen, dass auch das scheinbar Sinnlose Platz hat – und manchmal gerade das befreit und inspiriert.

    53 Fotos mit Versen als Kalender

    Wir haben also die Fotos nachbearbeitet, die Verse zugeordnet, und im Lauf eines Jahres ist ein Kalender entstanden, voller witziger TORheiten, die die besondere Geschichte der Siebenbürger Sachsen in der Hoftor-Metapher transportiert. Manchmal möchten sie weinen. Und dann aber doch lieber lachen.




    Hier kannst du diese 50 Tore als Poster erhalten.


    Die TORheiten hören

    TORheiten auf YouTube

    Wer mag, kann mir beim Sprechen meiner TORheiten zuhören.
    🎧 In diesem YouTube-Video mit 11 Tagessprüchen und
    🎥in der längeren Version mit 33 TORheiten nehme ich euch mit auf eine kleine literarische Reise.

    Zum Kalender

    TORheiten aus Hermannstadt

    Der Kalender „TORheiten aus Hermannstadt“ ist für alle, die gern schmunzeln, nachdenken und sich ein Stück poetischen Alltags an die Wand holen möchten.
    Es gibt ihn als Print-Version mit Spiralbindung – und für alle Digitalfreunde als PDF.

    Hier geht’s zur Kalendershow mit vier Variationen zur Auswahl: https://irmgardrosina.de/siebenbuergen-kalender-2026/

    Und hier siehst du einfach mal drei Kalenderblätter als Beispiele.

    Vielleicht gehst du nächstes Mal mit einem Schmunzeln durch die Stadt und findest deine eigenen TORheiten?

    Ich wünsche dir ein Jahr voller offener Türen und heiterer TORheiten.

    💌 Lass mir gern einen Kommentar da, welche deine LieblingsTORheit ist?

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.