Schlagwort: augenzwinkernd im Alltag

  • Über die Schreibkunst

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen.

    Aus dem Leben, aus Verletzungen, aus Freuden, aus Gefühlen Kunst zu machen, ist ein Verwandlungsprozess. Natürlich auch ein Verarbeitungsprozess. Es braucht dazu eine empfindende Seele, die sich anders nicht ausdrücken kann als durch die Verwandlung. Die kein Pendant zum Reden hat, was ja ebenfalls Verarbeitung zum Ergebnis hätte.

    Dem aber gleich das Prädikat Kunst zu verleihen, wäre eine Anmaßung. Um Kunst hervorzubringen, braucht es noch mehr; kluge Köpfe haben sich darüber mit aller Kompetenz geäußert. Kunst kommt von Können. Es braucht auch Handwerkliches dazu, Umgang mit und Wissen um Materialien, um Gestaltungsregeln, um Prozesse der Kreativität und so fort.
    Handwerk in der Literatur bedeutet also ebenso: Können. Mit Worten umgehen können, sie in eine passende Reihenfolge fügen, sie in Sätzen miteinander so in Verbindung bringen, dass sie etwas Bewegendes so ausdrücken, wie ich es gern verstanden haben möchte.

    Kunst ist die Art, es anders zu sehen. Immer nur anders? Ist dies das Kriterium? Ja. Alles andere wäre Abkupfern dessen, was alle auf dieselbe Weise sehen und erkennen können.
    Das Gefühlte so formen, dass der Betrachter und Leser dabei innehält und spürt: Wow, so hab ich das noch nie gesehen, aber immer schon gefühlt.

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage. Erlebtes. Erzähltes. Gereimtes.“)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Wie sollte für dich ein Schreibkunstwerk aussehen? Vielleicht ganz einfach unterhaltend? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus „Das Buch für alle Tage“ zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Ein Wasserfall

    Ein Wasserfall drängt einfach weiter. Denkt nicht nach.

    Überwältigend war das Spektakel an der Jonte-Schlucht, genauso an der Tarn-Schlucht. Es platschte und klatschte, rauschte und sprühte und zischte, beanspruchte viel Raum und hörte niemals auf zu tun, wozu der Wasserfall da ist: Den Fluss von einer Ebene in eine nächste, eine tiefere zu befördern, um ihn dann einfach weiterfließen zu lassen.

    Dabei macht es dem Wasser nichts aus, dass Steine es hindern. Diese umgeht es, ohne darüber nachzudenken. Es bahnt sich seinen Weg und im Lauf der Jahrhunderte, Jahrtausende, Jahrzehntausende schleift es sogar Felsen ab und gestaltet sich sein Bett noch gefälliger. Ganz selbstverständlich gibt es sich der Gravitationskraft hin.

    Ich bin im Lauf meiner Jahrzehnte müde geworden. Ich spüre in mir das Bedürfnis, einen gefälligeren Weg zu gehen, mich nicht mehr aufhalten zu lassen, meiner Intuition, ja, meiner Bestimmung zu folgen, mich ihr hinzugeben – sobald ich nur weiß und spüre, was ich zu tun habe.

    Ein Wasserfall drängt einfach weiter. Denkt nicht nach. Muss sich nie rechtfertigen, ist Sein von sich aus. Wenn die Klippe kommt, springt er einfach drüber und nimmt dabei von links und rechts noch Geröll mit; auch wenn größere Felsen kommen, fällt er weiter und weiter und weiter und bahnt sich seinen Weg. Etwas anderes kann das Wasser gar nicht. Seine Richtung ist durch physikalische Gegebenheiten festgelegt, es fällt hinunter, niemals rückwärts. Für mich übersetzt heißt das: Sein Abwärts im Weiterkommen ist mein Aufwärts im Weiterkommen. Weiterkommen will auch ich, mich hoch entwickeln, lebendig sein und meiner Bestimmung nach oben folgen.

    Eigentlich habe ich den Wasserfall, die »Rush Hour des Lebens«, schon hinter mir. Habe kräftig geplatscht und geklatscht, habe gesprüht, gefunkelt und gespritzt, temperamentvoll in allen Lebensbereichen viel Kraft ausgeübt, und bin nun wohl in einer Lebensphase, wo der Wasserfall im Tal aufkommt und sich von da neu sortiert und in gemäßigteren Bahnen weiterfließt, bis er schließlich zu einem ruhigen, gemächlich dahinfließenden Fluss wird.

    Doch das Bild gefällt mir nicht wirklich. Gemäßigt, ruhig. Gemächlich – ich?

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage“. Erlebtes. Erzähltes. Gereimtes.)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Was assoziierst du mit einem Wasserfall? Rausch, Bedrohung, Leben? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus meinem Südfrankreichroman „Und sonst nichts“ zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Unkenrufe

    Mit der Wirtschaft wird es bergab gehen!

    Es war einmal vor langer, langer Zeit, da besaß schon fast jeder über vierzehn in der Familie ein Dreigang-Fahrrad. Etagen-WCs wurden immer seltener, denn jede Wohnung hatte ihr eigenes. In jedem Haus war für die Bewohnergemeinschaft im Keller eine Waschmaschine angeschafft worden. Der Kühlschrank war in fast jeden Haushalt eingezogen, und zu jener Zeit besaß auch jede dritte Familie ein Telefongerät. Es hatte die Größe eines mittleren Kochtopfes und war grau. Der Hörer war bereits viel leichter geworden und lag gemütlich in der Hand, die Hörmuschel am Ohr und die Sprechmuschel am Mund. Man brauchte nicht mehr das Fräulein vom Amt (übrigens wurde zu jener Zeit das Fräulein als solches abgeschafft und es gab nur noch den Begriff Frau, aber das tut hier nichts zur Sache), man konnte also mit der Wählscheibe selber, ja selber, eine Verbindung herstellen, indem man eine Zahl der Telefonnummer nach der anderen in Gang setzte. Es galt nicht als unnötiger Zeitaufwand zu warten, bis sich die Wählscheibe wieder in ihre Ausgangsposition zurückgedreht hatte, bevor man die nächste Ziffer angehen konnte. Lästig war es freilich, wenn die Zahlenreihe mit Vorwahl sehr lang war und man sich verwählt hatte und also nochmal von vorne beginnen musste. Nicht lange danach galt es als eine Errungenschaft, dass sich sogar jede Familie ein solches Telefon leisten konnte.

    Und da begannen die Unkenrufe der Wirtschaftsforscher:

    Mit der Wirtschaft wird es bergab gehen!

    Jeder über vierzehn hat schon ein Dreigang-Fahrrad!

    Jede Wohnung hat schon ein WC!

    Jedes Haus hat schon eine Waschmaschine!

    Nur wenige Familien haben noch kein Telefon!

    Die Bahn wird bald überflüssig, denn in jedem Dorf gibt es schon ein Auto.

    Welche Waren soll denn da die Wirtschaft noch ankurbeln?

    Es ist vorbei mit dem Wirtschaftswachstum!

    Ja, wie schaffen wir es so überhaupt, weiterzuleben?

    (zitiert aus „Das Buch für alle Tage„)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Was sind deine Beobachtungen zum Thema Wirtschafts-Unkenrufe? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Unkenrufe“ habe ich aus Das Buch für alle Tage zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.

  • Verloren oder gewonnen

    Sonntagsmittagessen – früher und heute

    Unser Sonntagmittagessen ist nicht mehr so, wie es früher einmal war.

    Als unsere vier Kinder um die zwanzig waren, waren sie kaum sattzukriegen, Fleisch und Wurst konnte nicht genug im Kühlschrank sein. Ich habe gern für sie gekocht, große Bratenstücke, mehrere Kilo schwer, lagen in der Reine im Backofen oder brodelten im Bratentopf auf dem Herd. Der Appetit war unbändig und ihre Freude über den gut gelungenen Fleischtopf mit Knödeln und Soße äußerte sich in noch einem und noch einem gut gefüllten Teller.

    Als unsere Kinder dreißig waren, brachten sie mir bei, immer mehr auf die Herkunft des Fleisches zu achten. Wie recht sie hatten! Die Fleischproduktion war unnatürlich, sogar fies geworden. Und ich lernte von ihnen, wohlschmeckende vegetarische Alternativen zu kochen und zu genießen. Auch mit ihren veganen Freunden habe ich mich mal mehr mal weniger gern arrangiert.

    Als unsere Kinder vierzig waren, erinnerten wir uns mit ihnen gemeinsam an die Zeit, wo der große Schweinsbraten oder das Roastbeef oder die Lammkeule oder das Kaninchen oder die Hähnchen, Enten, Täubchen und Wachteln aus dem Backofen dufteten. Gerne würden sie manchmal dorthin zurückkehren, sagen sie, unsere Kinder. Doch ihre Kinder würden schon im Kindergarten lernen, Fleischersatzprodukte zu essen. Wie wohl man daran tut, die Mastindustrie zurechtzustutzen, wissen wir.

    Neuerdings allerdings bereichert sich die Industrie durch die gelungene Vermarktung und Herstellung synthetischer Lebensmittel, die unserer Gesundheit noch viel förderlicher sein sollen. Hoffentlich haben sie für diese Produktion nicht nur die Künstliche Intelligenz befragt, sorge ich mich.

    (Gedanken aus „Das Buch für alle Tage„)

    Augenzwinkernd aus dem Alltag

    Bist du immer noch Carnivore, und das mit Überzeugung? Schreib es mir gern in die Kommentare!

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    11 freche Frühlingsgedichte auf YouTube

    Jeden Tag ein Gedicht, sagte schon unser Herr Goethe. Hier kriegst du’s geboten. Wenn du willst, gleich alle 11 auf einmal:

    11 freche Frühlingsgedichte
    👉 Jetzt anschauen auf YouTube 

    Ich freu mich, wenn du ein Like dalässt oder meinen Kanal abonnierst – das motiviert mich sehr!

    Den Text „Verloren oder gewonnen“ habe ich aus Das Buch für alle Tage zur Verfügung gestellt.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.