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  • Warum Leichtigkeit manchmal Jahrzehnte braucht – und plötzlich da ist

    Warum Leichtigkeit manchmal Jahrzehnte braucht – und plötzlich da ist

    Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung

    Frau sitzt lächelnd auf Felsen in einem Bergbach, umgeben von grüner Natur und Steinen. Sie wirkt entspannt und zufrieden auf ihrer Reise.

    Manchmal sagt ein anderer einen Satz – und plötzlich steht das ganze Leben kurz still. „Welche Leichtigkeit du rüberbringst, Mama!“ Ich habe gelächelt. Und innerlich kurz nachgezählt. Denn leicht war ich lange nicht.

    Wenn das Leben schwerer war, als es aussah

    „Welche Leichtigkeit du rüberbringst, Mama!“, sagt meine Tochter zu mir, und macht mich damit sehr froh und glücklich, denn in ihrer Kindheit war ich alles andere als leicht drauf.

    Da war ich eher überfordert von vier kleinen Kindern, einem stressigen Delikatessengeschäft, das mehr den Wünschen meines damaligen Mannes, ihres Vaters entsprach, von seinem Drängen nach einem luxuriösen, nach außen gerichteten Leben.

    Und nun also transportiere ich Leichtigkeit!

    Kann sein, dass ich dafür Jahrzehnte gebraucht habe.

    Nahaufnahme einer Frau am Meer bei windigem Wetter. Im Hintergrund sind Wellen und ein grauer Himmel zu sehen. Ihr Blick wirkt ruhig und nachdenklich.

    Burnout, Zweifel – und der Weg zurück zu mir

    Nach Jahren, in denen ich einem Burnout unterlegen hatte, in Depressionen festgehangen war, die mir dann aber auch wieder den Weg wiesen in ein leichteres Leben, eines nach meinem Sinn, nach meinen Wünschen.

    Ja, das ist für mich das Geheimnis eines gesunden Lebens: Seine eigenen Bedürfnisse kennen, ernst nehmen und nach ihrer Befriedigung zu streben. Jeden Tag neu.

    Ein einfacher Satz. Und gleichzeitig eine Lebensaufgabe.

    Warum wir unsere eigenen Bedürfnisse oft verlieren

    Meine Bedürfnisse waren damals, zu Raffaelas Kindheit, vor lauter Drunter und Drüber in einem prall gefüllten Alltag verschütt gegangen.

    Zwischen Verpflichtungen, Erwartungen und dem Versuch, alles richtig zu machen, bleibt oft genau das auf der Strecke, was uns eigentlich trägt.

    Man merkt es meist erst, wenn es fehlt.

    Oder wenn man stehen bleibt. Oder liegen bleibt.

    Frau mit Rucksack wandert lächelnd durch eine felsige Berglandschaft. Über dem Bild steht der Text „Ich bin eine Rumtreiberin“.

    Allein unterwegs – meine Reise in die Cevennen

    Um sie überhaupt wieder zu erkennen und zu finden, ging ich mit 52 Jahren auf eine Soloreise, eine Autopilgerreise, die ich mit meinem Merkür unternahm. Er war mein Auto und Gott der Reisenden zugleich.

    Es ging nach Südfrankreich, mein Wunschland, ich allein fünf Wochen nur mit mir und mit groben Zielen: In die Cevennen wollte ich.

    Von deren wilder, zackiger Schönheit ich viel gehört hatte, die schienen mir und meinem Seelenzustand zu entsprechen: wild und durcheinander.

    Mit viel Angst, Zweifeln („Darf ich das?“) und innerem Chaos zog ich los ins Ungewisse.

    Dort wollte ich mich finden. Wen überhaupt? Wer war ich denn? Wie erkannte ich mich denn?

    Und dann wurde diese Reise zu einer der schönsten und wichtigsten in meinem Leben.

    (Mehr über diese Reise findest du hier: https://irmgardrosina.de/hoerbuch-reiseroman-suedfrankreich/)

    Leichtigkeit kommt nicht – sie entsteht

    Ruhiger See mit klarem Wasser und weitem Himmel. Ein kleiner Steg ragt ins Wasser, im Hintergrund liegen Boote und eine sanfte Uferlandschaft.

    Und jetzt also attestiert mir meine Tochter Leichtigkeit.

    Gibt es was Schöneres als das Gefühl, „es“ geschafft zu haben?

    Leichtigkeit fällt nicht vom Himmel. Sie wächst. Still. Manchmal langsam. Und manchmal genau dann, wenn man aufhört, sie zu suchen.

    Ein kleiner Gedanke zum Schluss

    Vielleicht ist Leichtigkeit kein Zustand. Sondern eine Richtung.

    Und vielleicht reicht es schon, wenn man sich jeden Tag ein kleines Stück in diese Richtung bewegt.

    Mit einem Blick nach oben. Mit einem Schritt nach draußen. Oder einfach mit einem ehrlichen „Was brauche ich heute wirklich?“

    Ein Teil dieser Lebensreise ist in meinem Reiseroman „Und sonst nichts“ festgehalten – und nun auch als Hörfassung erlebbar, gesprochen von Fine Thurmond mit ihrer warmen, klaren Stimme (siehe voice.of.josefine auf Instagram).

    Auf YouTube habe ich viele kleine Gedankenfragmente aus „Und sonst nichts“ als Short aufgenommen. Wenn du möchtest, schau mal rein: Ein Moment. Ein Gedanke


    Einordnung

    In den USA gibt es den „Look up at the Sky Day“, und er erinnert daran, innezuhalten und den Blick zu heben – weg vom Alltag, hin zu etwas Weitem, Größerem. Schau in den Himmel. Manchmal ist genau das die Lösung.