Schlagwort: Satire

  • Der Sparfuchs

    Der Sparfuchs

    Teuer sparen

    Wenn der Herbst kommt, wird’s gemütlich – oder auch nicht. In meinem Gedicht „Der Sparfuchs“ geht es um jene, die mit eiserner Disziplin versuchen, Heizkosten zu sparen, dabei aber gehörig ins Schwitzen (und Husten) geraten. Mit einem Augenzwinkern erzählt dieser Reim vom ewigen Spagat zwischen Vernunft und Wohlbefinden – und davon, dass Sparen manchmal teurer kommt, als man denkt.

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    Der Sparfuchs

    (von Irmgard Rosina Bauer)

    Wer im Oktober sparen will,
    legt sich in sein Bett ganz still,
    schaltet seine Heizung aus,
    am besten gleich im ganzen Haus.

    Der Husten lässt nicht auf sich warten!
    Noch ist nichts winterfest im Garten,
    noch Astern blüh’n und Dahlien,
    da poltert’s in den Bronchien.

    Die Lutschpastille ätzt die Zunge,
    beim Niesen kratzt es in der Lunge,
    der Husten – er zieht obendrein
    als Hexenschuss ins Kreuzbein ein.

    Nun kriechst du fast auf allen vieren,
    lässt dich auch gern vom Krückstock führen,
    du bist nicht, wie gewohnt, behände –
    verbrühst beim Teeaufguss die Hände.

    Dies nimmst du ohne Klage hin,
    denn schließlich hast du den Gewinn:
    Hast nebenbei, müh’los und smart,
    die Heizungskosten eingespart.

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  • Wiesn-Sonntag

    Heut ist der erste Wiesn-Sonntag – und die ganze Stadt München ist im Ausnahmezustand. In diesem frechen Oktoberfest-Gedicht nehme ich dich mit auf die Theresienwiese: zwischen Trachtenzug, Italiener-Gaudi und all dem Krach, der zwei Wochen lang München bestimmt. Hör dir mein Reimgedicht an oder lies es hier weiter unten und schmunzle mit über das bunte Treiben auf der Wiesn.

    Nichts Menschliches ist mir fremd – das teile ich voll Überzeugung mit dem römischen Dichter Terenz.
    Ja mei, täte der Münchner und die Münchnerin dazu sagen. So samma hoit, mia Menschn.

    Hör dir mein Oktoberfest-Gedicht hier an:

    oder lies es hier als Text:

    Wiesn-Sonntag 

    Heut ist der erste Wiesn-Sonntag
    mit Trachtlern, Schützen, Trommelanschlag,
    mit Prachtzug durch die Innenstadt
    und allem, was Rang und Namen hat.

    Drei Monate wurd‘ aufgebaut.
    Die Vorfreude ist angestaut
    für all den Spaß und all den Krach,
    der München hält so lang in Schach,

    bis auch der letzte Italiener
    seinen allerletzten Zehner
    hat aus’geb’n für sein Herzilein
    im Rausch – verzeih, es ist zum Schrei’n!

    Wenn wir dann über ’d Wiesn bummeln,
    schau’n, wie die Menschen sich dort tummeln,
    die meisten sich schon gehenließen,
    verzeih, aber es ist zum Schießen.

    Wie sie dann liegen auf den Wiesen,
    die abgetrampelt von den Füßen
    und vollgereihert schon seit Tagen …
    Pardon! Ich wollt’ den Herrgott fragen,

    ob er uns auch im nächsten Jahr
    den Spaß erlaubt, ganz unstrafbar,
    zwei Wochen lang, stand- und trinkfest
    zu feiern das Oktoberfest?