Schlagwort: lebensfreude

  • Wenn schon alle anreisen, können wir auch gleich eine Woche feiern

    70. Geburtstag.
    20 Jahre Ehe.

    Das kann man vernünftig feiern. Ein Nachmittag, Kaffee, Kuchen, Sekt, Gruppenfoto – fertig.

    Wir haben eine Woche gebraucht.

    Nicht etwa, weil 70 Jahre unmöglich an einem einzigen Tag ausreichend gewürdigt werden können.

    Obwohl mir der Gedanke gefällt.

    Der wahre Grund war wesentlich profaner:

    Meine Gäste brauchen Betten

    Unsere Familie hat sich nämlich ausgesprochen großzügig über die Landkarte verteilt.

    Zypern, Schweinfurt, Dresden, München.
    Braunschweig, Hannover, Heidelberg.

    Und eine Freundin kam sogar aus Kiel.

    Die Münchner Wohnung schied damit als Festzentrale aus. Außer wir hätten die Gäste nachts gestapelt.

    Also dachten wir:

    Wenn schon alle weit anreisen und sowieso irgendwo schlafen müssen – warum dann nicht gleich zusammen?

    Gesagt, getan.

    Eine Alm im Salzburger Bergland wurde für eine Woche unser Zuhause.

    20 Jahre Ehe + 70 Jahre Leben = 20/70-Festwoche.

    Mathematik kann so einfach sein.

    30 Menschen essen erstaunlich viel

    Das wurde spätestens beim Einzug deutlich.

    Kisten. Taschen. Brot. Käse. Gemüse. Wein. Bierfässer.

    Und Lebensmittelmengen, bei denen man kurz überlegen konnte, ob wir wirklich Geburtstag feiern oder heimlich einen kleinen Supermarkt eröffnen wollten.

    Dann passierte etwas Schönes:

    Aus Gästen wurde eine Hausgemeinschaft.

    Es wurde gekocht, geschnippelt, gegessen, gespült, gesucht, gefunden, wieder gesucht – und vermutlich auch einiges nie mehr gefunden.

    Wer wandern wollte, hatte Berge.

    Wer sitzen wollte, hatte Bänke.

    Wer reden wollte, fand garantiert jemanden.

    Und wer Hunger hatte, musste nur lange genug in Richtung Küche schauen.

    Ein Abend hätte dafür nicht gereicht

    Denn das Schönste waren am Ende gar nicht die geplanten Festmomente.

    Es waren die Stunden dazwischen.

    Morgens gemeinsam Kaffee trinken. Noch schnell irgendwo dazusetzen. Zusammen kochen. Herumstehen. Loswandern. Zurückkommen. Noch ein Glas trinken.

    Und morgens wissen:

    Ach schön. Die anderen sind immer noch da.

    Vielleicht ist das mit 70 sowieso der eigentliche Luxus.

    Ich brauche nicht noch mehr Sachen.

    Aber Menschen, die mir wichtig sind, für ein paar Tage an einem Ort?

    Davon nehme ich gern mehr.

    Und dann fahren alle wieder

    Irgendwann waren die Lebensmittelberge kleiner, die Bierfässer leerer und die Autos wieder gepackt.

    Alle verschwanden zurück in ihre verschiedenen Himmelsrichtungen.

    Und die Alm wurde still.

    70 Jahre Leben gefeiert.
    20 Jahre Ehe auch.

    Und für eine Woche mussten wir nicht überlegen:

    Wann sehen wir uns eigentlich alle mal wieder?

    Wir waren schon da.

    Was für ein Fest.

  • Welttag der Poesie – ein Blick ins Poesiealbum

    Welttag der Poesie – ein Blick ins Poesiealbum

    Pause. Punkt. · TOR auf & lachen

    Wenn Worte bleiben dürfen

    Der Welttag der Poesie am 21. März erinnert daran, wie kraftvoll Sprache sein kann – leise, verspielt, persönlich und manchmal überraschend ehrlich.

    Vielleicht kennst du das: Ein Satz, ein Reim, ein alter Eintrag – und plötzlich ist etwas wieder da. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Ein Stück Leben.

    Gedichte müssen dabei nicht groß oder bedeutungsschwer sein. Oft sind es gerade die kleinen, spontanen Zeilen, die bleiben – weil sie mitten aus dem Alltag kommen.

    Warum Poesie heute wieder näher rückt

    In einer schnellen, digitalen Welt wächst die Sehnsucht nach kurzen, echten Momenten. Poesie erfüllt genau das: Sie verdichtet Gedanken, bringt Humor und Ernst zusammen und lässt Raum für eigene Bilder.

    Gerade deshalb entdecken viele Menschen Gedichte neu – nicht als Schulstoff, sondern als Begleiter im Alltag.

    📖 Das Gedicht zum Welttag der Poesie

    Das Poesiealbum

    Wenn »Welttag« ist »der Poesie«, 
    und ich nicht weiß gerade, wie
    ein Gedicht zu schreiben wär,
    damit ich auffing’ dieses Flair –

    hol das Poesiealbum ich raus,
    von dem ich weiß, ’s ist noch im Haus
    und zeugt von längst vergang’nen Zeiten
    mit bunten, doch vergilbten Seiten.

    Es wird Von Eichendorff zitiert,
    und auch Herr Goethe sich nicht ziert.
    Doch reißt mich mit, wie ’ne Lawine,
    der Eintrag von der Schmidt Sabine:

    So viele Flöhe unser Hund,
    So viele Jahre bleib gesund!
    Solltest du mich mal vergessen,
    Soll dich gleich der Wauwau fressen!

    © Irmgard Rosina Bauer

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    Weitere Texte findest du in den Themenräumen: Pause. Punkt. · TOR auf & lachen

    Ein Gedanke zum Mitnehmen

    Und auf YouTube habe ich „Poesie als Volkskunst“ als Video eingesprochen, hör es dir an, wenn du magst.

    Aus solchen Texten entstehen bei mir kleine Sammlungen, Gedichtkarten und Audioimpulse – für stille Momente oder zum Schmunzeln zwischendurch.