Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung
Ich bin unterwegs. In Japan. Und gleichzeitig ganz bei mir – und doch auch wieder nicht.
Es ist dieses seltsame Gefühl zwischen Fremdsein und Vertrautheit, das mich begleitet. Alles ist anders hier. Und genau deshalb beginnt etwas in mir still zu werden. Oder vielleicht endlich hörbar.
Ich reise nicht, um etwas zu sehen. Ich reise, um etwas zu verstehen. Und manchmal auch, um mich zu verlieren – in der Hoffnung, mich wiederzufinden.
Allein reisen – und plötzlich sich selbst begegnen
Allein unterwegs zu sein, ist nichts Neues für mich. Und doch ist jede Reise anders. In Japan fällt es mir besonders auf: Ich habe keinen Plan. Keine klare Route. Ich lasse mich treiben.
Und genau darin liegt die Herausforderung. Denn ohne Struktur kommt alles hoch, was sonst im Alltag keinen Platz hat: Zweifel, Fragen, alte Muster.
Warum bin ich eigentlich hier? Was suche ich? Und was, wenn ich nichts finde?

Japan – Fremde als Spiegel
Dieses Land ist so anders, dass ich mich selbst darin klarer sehe. Die Ordnung, die Ruhe, die Zurückhaltung – all das wirkt auf mich.
Ich bin Beobachterin. Und gleichzeitig werde ich beobachtet – von mir selbst.
Ich merke, wie wenig ich brauche. Und wie viel ich oft denke, dass ich brauche.
Unterwegs sein ohne Ziel – ist das genug?
Es gibt Tage, da laufe ich einfach los. Ohne Ziel. Ohne Erwartung. Und genau dann entstehen die Momente, die bleiben.
Ein Weg durch einen stillen Wald. Ein Tempel, der plötzlich auftaucht. Ein Blick, der hängen bleibt.
Und manchmal auch: Verloren gehen. Im Außen – und im Innen.
Warum diese Reise mehr ist als nur unterwegs sein
Ich merke, dass ich mich verändere. Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern leise.
Ich werde langsamer. Offener. Ehrlicher mit mir selbst.
Vielleicht ist genau das der Sinn dieser Reise. Nicht anzukommen. Sondern unterwegs zu sein – und dabei immer wieder bei mir selbst vorbeizukommen.

Und was bleibt?
Ich weiß es noch nicht.
Aber ich spüre: Es ist richtig, hier zu sein. So, wie ich bin. Ohne Plan. Ohne Ziel.
Und vielleicht ist genau das genug.
Mehr Gedanken zum Unterwegssein findest du hier: weitere Reisegedanken
Wenn dich meine Reise tiefer interessiert: Mein Reiseroman „Und sonst nichts“ erzählt von einer ähnlichen Suche – das Hörbuch entsteht gerade.

