Ende September. Die Zwetschgen sind reif, der Kuchen steht draußen auf dem Tisch – und natürlich dauert es nicht lange, bis sich jemand ungefragt dazugesellt.
Nicht jeder Gast ist eingeladen.
Ich mag diese kleinen Alltagsszenen, aus denen plötzlich eine Reimgeschichte wird.
Man muss dafür nicht weit reisen – manchmal reichen ein Stück Zwetschgenkuchen, ein sonniger Spätsommertag – und eine Wespe mit ausgeprägtem Gemeinschaftssinn.
Solche kleinen Beobachtungen finden sich auch in meinen Augenzwinkereien: Reimgeschichten über Dinge, die eigentlich ganz gewöhnlich sind. Bis man ein zweites Mal hinschaut.
Der Welttag der Poesie am 21. März erinnert daran, wie kraftvoll Sprache sein kann – leise, verspielt, persönlich und manchmal überraschend ehrlich.
Vielleicht kennst du das: Ein Satz, ein Reim, ein alter Eintrag – und plötzlich ist etwas wieder da. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Ein Stück Leben.
Gedichte müssen dabei nicht groß oder bedeutungsschwer sein. Oft sind es gerade die kleinen, spontanen Zeilen, die bleiben – weil sie mitten aus dem Alltag kommen.
Warum Poesie heute wieder näher rückt
In einer schnellen, digitalen Welt wächst die Sehnsucht nach kurzen, echten Momenten. Poesie erfüllt genau das: Sie verdichtet Gedanken, bringt Humor und Ernst zusammen und lässt Raum für eigene Bilder.
Gerade deshalb entdecken viele Menschen Gedichte neu – nicht als Schulstoff, sondern als Begleiter im Alltag.
📖 Das Gedicht zum Welttag der Poesie
Das Poesiealbum
Wenn »Welttag« ist »der Poesie«, und ich nicht weiß gerade, wie ein Gedicht zu schreiben wär, damit ich auffing’ dieses Flair –
hol das Poesiealbum ich raus, von dem ich weiß, ’s ist noch im Haus und zeugt von längst vergang’nen Zeiten mit bunten, doch vergilbten Seiten.
Es wird Von Eichendorff zitiert, und auch Herr Goethe sich nicht ziert. Doch reißt mich mit, wie ’ne Lawine, der Eintrag von der Schmidt Sabine:
So viele Flöhe unser Hund, So viele Jahre bleib gesund! Solltest du mich mal vergessen, Soll dich gleich der Wauwau fressen!
Ein Ausflug in den Nymphenburger Schlosspark gehört zu den Klassikern in München – ob mit dem Radl, als Spaziergang oder einfach zum Staunen. Dies ist eines meiner München-Gedichte, es nimmt euch mit auf eine poetische Radtour entlang der Würm bis hinein durchs Pasinger Schlossparktor. Zwischen Gondoliere, Poseidon, Amalienburg und der Magdalenenklause zeigt sich der Park im Gedicht von seiner humorvollen Seite. Wer München liebt, wird in meinen Versen ein Stück Heimat, Natur und Kultur entdecken.
Wenn dir diese poetische Auszeit gefällt, lies auch meine weiteren Texte im Blog oder hör dir meine vertonten Gedichte auf YouTube an.
Im Nymphenburger Schlosspark
(von Irmgard Rosina Bauer)
Am Samstag, wenn die Sonne scheint, wenn ’n andres Ziel uns nicht vereint, wenn’s Wetter uns nicht hält im Zimmer, sag’n wir uns: Nymphenburg geht immer.
Wir hol’n die Räder aus dem Keller, und schon geht es schnell und schneller die Würm entlang, dann am Kanal durchs Schlossparktor rein, ganz banal.
Kaum finden wir fürs Rad ’nen Platz! Im Park – es ist die reinste Hatz! Wir seh’n: Hier sind wir nicht allein! Ganz München hat ein Stelldichein!
Mit roten, grünen, gelben Haaren laufen sie herum in Scharen, flanieren vor uns, zwischen, hinter uns – im Schlosspark trifft man Hinz und Kunz.
Viele andere mit Marco Polo- Reiseführer oder solo, bremsen uns: Fotoalarm!, mit Lonely Planet unterm Arm.
Auch große Hunde, kleine Hunde und dazwischen Zwischenhunde finden sich als Philhellene vor Poseidon und Athene.
Der Gondoliere – ungetadelt – kunstvoll seine Gondel paddelt; nutzt spendable Touris noch, bevor er fällt ins Winterloch.
Die Beschilderung im Park ist gut durchdacht und wirklich stark! Weist stylisch aus, mit Etikette, Amalienburg und die Toilette.
Ob in der Magdalenenklause etwa der Klaus heut ist im Hause? Und besucht die Magdalene? Zu geschloss’ner Liebesszene?
Die Statuen, wenig geziert, steh’n herum ganz ungeniert. Mal oben und mal unten ohne – immer ästhetisch, zweifelsohne.
Schon sind wir angelangt am Schloss, man spart den Reiter auf dem Ross; da liegt nämlich – ohne Matratze – der Bayern Löw’ mit großer Pratze.
Die Freitreppe gibt uns zum Schluss den Blick frei, und den Hochgenuss, dass man uns nicht erst braucht zu adeln, bevor wir hierher können radeln.
Entdecke mehr humorvolle Alltagsgedichte als Text auf meinem Blog oder als Video auf YouTube.
Urlaub für die Sorgen – ein Gedicht voller Leichtigkeit
Was wäre, wenn wir unseren Sorgen einfach mal Urlaub gönnen? In meinem Gedicht „Ich schicke meine Sorgen in Urlaub“ lade ich dich ein, den Blick auf deine eigenen Sorgen zu verändern – mit einem Augenzwinkern und poetischer Fantasie.
Die Sorgen bekommen Sonnenbrille, Liegestuhl und Bier, während wir uns der Leichtigkeit, Freude und Heiterkeit zuwenden. Worte wie „Glück“, „Flow“ und „Leichtigkeit“ dürfen an den Tisch kommen – und Sorgen, Pech und Versagen? Die schicke ich kurzerhand auf Reisen.
👉 Dieses Gedicht erinnert uns daran, dass wir manchmal die Perspektive wechseln müssen: Sorgen dürfen Pause machen, wir dürfen genießen. Häng die Hängematte auf!
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Ich schicke meine Sorgen in Urlaub
(von Irmgard Rosina Bauer)
Urlaub für die Sorgen Hab ich gebucht ab morgen. Es ist bestellt ihr Liegestuhl Die Sonnenbrille macht sie cool.
Ein Bier und noch eins steht bereit Und sorgt dort für Gemütlichkeit. Ihr Job heißt leider "Drücken“ - Sie kennen nicht „Beglücken“.
Sie sind gefangen in dem Wort Drum schick ich sie in Ferien fort. Da könn'n sie sich besinnen, Neue Einsichten gewinnen.
Ein Flirt mal mit dem Wörtchen „Glück“? Mit 'Flow' sich treffen zum Frühstück? Ein Tischgespräch mit "Leichtigkeit"? Ein Dialog mit "Heiterkeit"?
Kein Austausch heut mit dem Wort "Pech", Mit Scheitern und Versagen. Ich schick auch die in Urlaub weg Das wird ihnen behagen.
Ich send' den Kellnern einen Wink: „Gib jederzeit ihnen ‘nen Drink!
Und sorg dafür, dass sie es nicht finden: Lass das Rückflugticket einfach verschwinden!“
Mehr Leichtigkeit gefällig?
Wenn du deine Sorgen gern noch ein bisschen länger im Urlaub lassen möchtest: Dieses Gedicht ist nicht allein.
In meinen fünf Bänden „Augenzwinkereien“ warten über 150 Reimgeschichten über Alltag, Reisen, Natur und die kleinen Verrücktheiten des Lebens – zum Schmunzeln, Wiedererkennen und gelegentlichen Nicht-so-ernst-Nehmen.
Zum Selberlesen oder als ungewöhnliches digitales Geschenk.
Ist eine Wiese grün, bunt, kurz oder wild? Wenn ich eine Wiese betrachte, sehe ich darin weit mehr als nur Gras und Blumen. In meinem Gedicht „Die Wiese – ein Politikum“ erzähle ich mit Augenzwinkern, wie schnell aus einer einfachen Beobachtung eine große Diskussion wird.
Die Wiese – ein Politikum
(von Irmgard Rosina Bauer)
„Eine Wiese, die ist grün“, das sagt der Maxi. „Nein, bunt mit Blumen“, sagt die Franzi.
Ansgar aber weiß genau, dass eine Wiese sei sehr grau.
Das Gras sei lang, meint Henriette. „Nein, kurz!“, sagt darauf laut Yvette.
„Das ist dann Rasen“, ruft der Jan. Franzi und Max schließen sich an.
„Nein, Rasen ist viel mehr gepflegt! ‘ne Wiese Wildnis in sich trägt!“
Das Henriette deutlich meint, was sie mit Ansgar gleich vereint. „Ich hab genau das Bild vor Augen! Das müsst ihr mir ganz einfach glauben!“
„Na ja“, wirft Franzi dann noch ein, „die Jahreszeit spielt auch mit rein. Im Winter ist ‘ne Wiese weiß, im Sommer braun, wenn’s lange heiß.“
„Und trotzdem ist ‘ne Wiese grün!“, wirft Maxi ein, ganz ungestüm.
„Wir sollten, bevor wir uns schlagen, die Enzyklopädie befragen“,
sagt Jan noch, dann hört man: „Ich zieh jetzt nach Absurdistan!“
Und Franzi brüllt: „Ich steig hier aus. Ihr seid das reinste Affenhaus!“
„Ein Affenhaus? Verbitt ich mir! Die Affen seid doch alle ihr!“
Überhöht
Ich mag es, mit meinen Reimen kleine Alltagsfragen humorvoll zu überhöhen – mal frech, mal nachdenklich, immer mit einem Funken Poesie.
👉 Wenn du Lust hast, hör dir dieses Gedicht als Short auf YouTube an:
Dieses ist eins von meinen 111 Gedichten auf YouTube.
👉Entdecke hier noch mehr von Rosis Reimgedichten – humorvolle Texte über das Leben, die Liebe, die kleinen Dinge und die großen Fragen: Playlist „Quatsch mit Sinn“ 👉 Hör dir auch weitere Reime und Geschichten auf meinem YouTube-Kanal an.
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