Kategorie: Veränderungen im Leben

In dieser Kategorie versammeln sich Texte über Übergänge: Abschiede, Neuanfänge, Brüche und Richtungswechsel.
Es geht um Zeiten, in denen das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht sichtbar ist.
Persönlich, erzählerisch, manchmal poetisch, aus dem prallen Leben gegriffen.

  • Wenn mein eigenes Buch plötzlich eine Stimme bekommt

    Wenn mein eigenes Buch plötzlich eine Stimme bekommt

    Die Erlebnisfrau – Leben, Arbeit und Sinn in Bewegung

    Ich kenne jedes Wort dieses Buches.

    Ich habe es geschrieben, durchlebt, durchlitten, durchwandert. Und doch passiert gerade etwas, das ich nicht erwartet habe:

    Ich höre mein eigenes Buch – und bekomme Gänsehaut.


    Vom Schreiben ins Hören

    Mein Reiseroman „Und sonst nichts“ erzählt von Rosi. 52 Jahre alt. Vier Kinder. Ein volles Leben. Und plötzlich die Frage:

    Was will eigentlich ich?

    Sie steigt in ihren Mini-Van „Merkür“ und fährt los. Nach Südfrankreich. Und – ohne es zu wissen – zu sich selbst.

    Eine Reise mit wenig Geld, viel Unsicherheit – und immer mehr Klarheit.


    Und dann kam eine Stimme dazu

    Fine Thurmond spricht meinen Text.

    Und sie macht etwas, was ich selbst nicht kann:

    Sie nimmt sich Zeit.

    Während ich schnell denke, schnell schreibe, schnell lebe, liest sie ruhig, präzise, mit Gefühl für jede Betonung.

    Sie macht aus meinem Text ein neues Werk.


    Ein kurzer Ausschnitt

    Mit aufeinandergepressten Lippen unter kurzen Atemstößen gelingt es mir, mich auf den Bauch zu drehen, ohne an dem bedrohlich nahen Autodach anzustoßen… Ich ersticke! Rauf- oder runterdrücken? Ich ersticke! … Mit einem kräftigen Stoß die eine Hälfte der Hecktüre – frei, ich kann atmen. Die ganze freie Wiese vor meinen Augen. Frei.

    Als ich diese Szene höre, passiert etwas Merkwürdiges:

    Ich bin nicht mehr die Autorin. Ich bin Zuhörerin.


    Ein neues Format – eine neue Tiefe

    Fine Thurmonds Stimme macht aus meinem Schreibtext etwas Neues.

    Beim Hören – im Auto, am Küchenherd, unterwegs beim Spaziergang – zieht sie mich wieder hinein in diese Reise.

    In Rosis Außenwelt. Und gleichzeitig tief in ihre Innenwelt.

    Und obwohl ich jedes Wort kenne, berührt es mich neu.

    Es ist, als würde ich mein eigenes Buch zum ersten Mal erleben.


    🎧 Hier kannst du hineinhören


    Warum ich mich darauf freue

    Dieses Hörbuch ist kein Zusatz.

    Es ist eine zweite Reise.

    Eine, die man nicht liest – sondern hört, spürt, nebenbei lebt.

    Vielleicht sogar auf der eigenen Reise.


    Und vielleicht ist das der schönste Moment

    Wenn jemand zuhört.

    Und sich selbst ein Stück darin wiederfindet.

    Und sonst nichts.

  • Schreiben mit KI – zwischen Werkzeug und Stimme

    Ein Erfahrungsbericht aus einem Interview von David Pfeifroth für seine Facharbeit (Fachoberschule Fürstenfeldbruck, 13. Klasse)

    Wenn Schreiben nicht automatisierbar ist

    Autorin Irmgard Rosina tippt konzentriert an einer alten Schreibmaschine – analoges Schreiben als bewusster Gegenpol zur KI.

    Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – auch im kreativen Bereich. Doch nicht jede Form des Schreibens lässt sich automatisieren oder delegieren.

    Im Rahmen einer Facharbeit zum Thema KI im Autorenberuf wurde ich von einem Fachoberschüler interviewt. Die zentrale Frage lautete: Wie kann KI eine Autorin beim Schreiben unterstützen – und wo nicht?

    Autobiografisches Schreiben braucht Erfahrung

    Meine Bücher und Texte entstehen aus eigenen Reisen, Erlebnissen und biografischen Erfahrungen. Wenn ich einer KI den Auftrag gebe, eine Geschichte für mich weiterzuschreiben, fehlt genau das: Lebensnähe, Subjektivität und die innere Logik meiner Erfahrungen.

    Authentizität ist für mich keine Stilfrage, sondern eine Vertrauensbasis. Leserinnen sprechen mich auf mein Leben an, auf meine Reisen – weil sie spüren, dass das Geschriebene erlebt wurde.

    KI als Werkzeug – nicht als Erzählerin

    Das bedeutet jedoch nicht, dass KI für mich nutzlos ist. Im Gegenteil: In anderen Bereichen meiner Arbeit als selbstständige Autorin hat sie sich als wertvolles Werkzeug erwiesen.

    Bei Blogtexten, bei der Strukturierung von Gedanken, bei SEO-freundlichen Einführungstexten oder beim Verstehen technischer Grundlagen für YouTube und Website unterstützt mich KI spürbar. Ich stelle Fragen, treffe die Entscheidungen – KI liefert Vorschläge.

    Künstlerische Perspektive statt objektiver Wahrheit

    Im Interview habe ich meine Arbeit mit der Fotografie verglichen: Man kann denselben Baum fotografieren, indem man nur die Blätter zeigt, nur den Stamm oder die gesamte Krone. Jede Perspektive erzählt eine andere Geschichte.

    So ist es auch beim Schreiben. Ich wähle aus, lasse weg, füge hinzu. Diese Auswahl ist Teil meines künstlerischen Prozesses – und lässt sich nicht delegieren.

    Autorin Irmgard Rosina<[Name]> sitzt draußen in der Natur und arbeitet mit einem Laptop – Schreiben zwischen Lebenserfahrung und digitalen Werkzeugen.

    Chancen und Grenzen im Autorenalltag

    Jenseits des eigentlichen Schreibens fallen im Autorenberuf viele Aufgaben an: Korrektur, Marketing, Covergestaltung, Sichtbarkeit. In diesen Bereichen kann KI helfen, informierte Entscheidungen zu treffen – ersetzt aber keine Verantwortung.

    Ich habe auch erlebt, dass falsche Empfehlungen zu Problemen führen können. Deshalb gilt für mich: KI ist ein Werkzeug. Kein Orakel.

    Fazit: Die Autorin entscheidet

    Wie ein Werkzeug genutzt wird, ist immer eine individuelle Entscheidung. Manche Autorinnen schreiben fiktional, andere autobiografisch. Manche integrieren KI tief in ihren Schreibprozess – andere kaum.

    Für mich gilt: Ich bleibe die Autorin. KI begleitet mich vor allem in technischen und Medienfragen, und das oft rasend schnell. Dafür bin ich dankbar, weil sie mir viel Sucharbeit und zeitaufwändige Lernerfahrungen abnimmt. .

    Manche Gedanken begleiten länger. Aus solchen Texten entstehen bei mir Lesungen, Audios und Sammlungen – für unterwegs oder ruhige Momente. Einiges findest du in meinen Blogs (siehe Kategorien) und in YouTube. Auch die Interviewfragen von David Pfeifroth habe ich im Video beantwortet. Schau gerne mal rein.

  • Nikolaustag 2025 – Satire über Nächstenliebe und Fremdenhass

    Nikolaustag 2025 – Satire über Nächstenliebe und Fremdenhass

    Nikolaustag 2025 – Wenn Tradition auf Fremdheit trifft

    In „Alle Jahre wieder“ habe ich versucht, auf satirische Weise darzustellen, wie die Figur des Nikolaus, dieser uralte Botschafter der Nächstenliebe, aus einer anderen Zeit und einem anderen Land, hier bei uns mitunter zur Zielscheibe von Ablehnung wird. Namen, Traditionen und Menschen, die als „fremd“ empfunden werden, werden ausgegrenzt – und dabei verliert man leicht den Blick auf das, wodurch wir eigentlich seit Jahrhunderten geprägt sind.

    Nächstenliebe vs. Ablehnung – Woran erinnern wir uns wirklich?

    Die satirische Schärfe des Gedichts ist mir wichtig, denn ich möchte nicht nur zum Schmunzeln anregen, sondern auch zum Nachdenken. Gerade in dieser Zeit erlebe ich, wie sehr Angst vor dem Unbekannten uns manchmal blind machen kann – für das Gemeinsame und für das Menschliche.

    „Alle Jahre wieder“ – Ein Gedicht, das zum Denken und Schmunzeln einlädt

    Alle Jahre wieder . Satire
    Irmgard Rosina Bauer

    Alle Jahre wieder
    kommt der Nikolaus.
    Geht, als roter Krieger,
    bei uns ein und aus.
    __

    So wie der darf man nicht sein!
    So fremd! Geh endlich wieder heim!

    Sie möchten ihn gern remigriern
    und ihn zur Rückkehr animiern.

    Weil er kein Deutscher, allerhand!
    Die will man nicht in unserm Land.

    Zurück nach Myra soll er gehn!
    Und dort Sozialhilfe erflehn!

    Soll er doch denen Gutes tun!
    Bei uns ist das nicht opportun!

    So manchen trifft es dann gleich mit,
    weil Niklaus sprüht vor Kolorit:

    Der „Klaus“ wird nicht mehr gern gesehn,
    am besten sollt‘ er gleich gestehn!

    Ich frag mich, was aus „Niklas“ wird.
    Der Name ist doch unerhört!

    Und wer sein Kind „Nicole“ genannt,
    gehört nicht mehr in unser Land!

    „Nicolas“ Eltern – sieh dir an,
    den Dreck der an ihr’m Stecken dran!

    Weiters: „Marias“ sollen gehn:
    Wie fremd ist uns doch Bethlehem!

    Und: Wer „Josef“ heißt, geb‘ Acht!
    Ihm wird bald der Garaus gemacht.

    Christus auch, dass ich nicht lache,
    der sprach ja nicht mal unsre Sprache!

    Die Botschaft, die von ihm noch bliebe,
    handelt schließlich bloß von Liebe!

    Sie alle: Weg aus unsrem Land!
    Die Fremden hab’n uns überrannt!
    __

    Alle Jahre wieder
    fehlt das Christuskind.
    Angst vor allem Fremden
    macht uns manchmal blind.

    Mehr freche Weihnachtsgedanken im digitalen Booklet

    Hast du Lust auf weitere freche Verse zur „bedenklichen Weihnachtszeit“? Dann schau dir hier mein hübsch frech gestaltetes Weihnachtsbooklet an: „ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit. Freche Weihnachtsgedichte“. Darin findest du neben dem Nikolaus-Gedicht noch 13 weitere Texte – alle aus meiner Feder, alle mit einem Augenzwinkern und mit liebevoll gestalteten, frechen grafischen Elementen. Das Booklet umfasst 20 Seiten und ist digital in meinem Shop zum Download erhältlich. Ein kleines, besonderes Geschenk für alle, die die Weihnachtszeit gern mit etwas mehr Tiefgang und Humor erleben möchten.

    Hol dir hier ALLE JAHRE WIEDER. Bedenkliche Weihnachtszeit.

    Cover des Weihnachts-Booklets Alle Jahre wieder von Irmgard Rosina Bauer mit grünem Hintergrund, roter Schleife und humorvoller Illustration eines feststeckenden Weihnachts-Elfs.

    Und ein weiteres Herzensprojekt zum Jahresende: Heitere TORheiten aus Hermannstadt in einem Kalender 2026

    Ein Hoftor, daneben etwa 50 Hoftore als Galerie. Text: TORheiten aus Hermannstadt. Links daneben das Cover einer Siebenbürger Studienarbeit mit Coverfoto einer prachtvoller Frauentracht
    Viele Hoftor-Fotos ergeben zusammen mit meinen Zweizeilern heitere TORheiten.

    Meine Reise ins Land meiner Vorfahren, nach Siebenbürgen und Hermannstadt im Jahr 2024, hat mich zu einem humorvollen Projekt inspiriert: Ich fotografierte über 50 Hoftore in der Stadt und dachte mir dazu witzige Zweizeiler aus. Daraus erstellte ich einen Jahreskalender 2026 mit 53 Wochenseiten. Und als Kompaktversion auch einen Monatskalender mit 13 Seiten. Du kannst ihn hier anschauen und bestellen: TORheiten-Kalender

    Mit TORheiten versorg dein Leben!
    Dann lernen Sorgen wegzuschweben.

    Hole dir als neuer Leser eine gratis Kurzgeschichte als Geschenk zum Download.

    Wer schreibt hier?

    Irmgard Rosina Bauer ist Autorin von Lebens-Reisebüchern und Reiseerzählungen. In ihre Bücher verwebt sie ihre eigenen Lebens- und Reisegeschichten. Sie möchte Frauen Mut im Leben und zum Reisen machen.

    Mehr zu ihren Büchern gibt es hier.