Nomadensonntag
Ich hab, ich trau mich’s kaum erwähnen,
fürwahr ein ganz uraltes Sehnen
in mir nach Streunen in der Welt herum.
Man nennt es auch Nomadentum.
Will über Land und will auch fliegen,
will irgendwo ein Schiff noch kriegen.
Da möcht ich meine Segel setzen
und über alle Meere fetzen.
Am Sonntag ist es andersrum,
da lieg ich faul am Strand herum.
Auf Bali, Sylt, am Baggersee –
trink ich meinen Entspannungstee.
Der Wechsel macht das schöne Leben:
mal faul und mal Nomadin eben.
© Irmgard Rosina Bauer