Herbstsonntag im Nymphenburger Schlosspark

    Kaum finden wir für’s Rad nen Platz!
    Im Park – es ist die reinste Hatz!
    Wir seh’n: Hier sind wir nicht allein!
    Ganz München hat ein Stelldichein!
    
    Mit roten, grünen, gelben Haaren
    laufen sie herum in Scharen,
    flanieren vor uns, zwischen, hinter uns –
    im Schlosspark trifft man Hinz und Kunz.
    
    Viele andere mit Marco Polo-
    Reiseführer oder solo,
    bremsen uns: Fotoalarm!,
    mit Lonely Planet unterm Arm.
    
    Auch große Hunde, kleine Hunde
    und dazwischen Zwischenhunde
    finden sich als Philhellene
    vor Poseidon und Athene.
    
    Der Gondoliere – ungetadelt –
    kunstvoll seine Gondel paddelt;
    nutzt spendable Touris noch,
    bevor er fällt ins Winterloch. 
    
    Die Beschilderung im Park
    ist gut durchdacht und wirklich stark!
    Weist stylisch aus, mit Etikette,
    Amalienburg und die Toilette.
    
    Ob in der Magdalenenklause
    etwa der Klaus heut ist im Hause?
    Und besucht die Magdalene?
    Zu geschloss’ner Liebesszene?
    
    Die Statuen, wenig geziert, 
    steh‘n herum ganz ungeniert.
    Mal oben und mal unten ohne –
    immer ästhetisch, zweifelsohne.
    
    Schon sind wir angelangt am Schloss,
    man spart den Reiter auf dem Ross;
    da liegt nämlich – ohne Matratze –
    der Bayern Löw‘ mit großer Pratze. 
    
    Die Freitreppe gibt uns zum Schluss
    den Blick frei, und den Hochgenuss,
    dass man uns nicht erst braucht zu adeln,
    bevor wir hierher können radeln. 
    

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