Über Toleranz

TOLERANZ – wie kann ich über dieses inhaltsschwere Wort schreiben, ohne erstmal eine Definition zu wagen? Nach meiner Recherche wage ich keine Definition mehr, sondern ich habe beschlossen, die Wortentwicklung und die Bedeutungsverschiebung in Ausschnitten anzuschneiden. Interessant, wie sich die Thematik verlagerte.
1. Meyers Konversationslexikon (17 Bände +Nachträge + Jahressupplement) von 1897
2. Meyers Großes Taschenlexikon (22 Bände) von 1992
3. Wikipedia von 2021

Aus 1.)
Toleranz (neulat.), Duldung, Duldsamkeit, insbes. religiöse, welche den von der Staatskirche abweichenden Glaubensgenossen ungehinderte Relionsübung und Gemeinschaftsbildung zusichert, wie sie insbes. gegen christliche Sekten, wie die Wiedertäufer, Unitarier, Deutschkatholiken, Freien Gemeinden, aber auch gegen die Bekenner andrer Religionen, in den christlichen Ländern namentlich gegen die Juden, geübt wird (…)

Aus 2.)
Toleranz [lat., zu tolerare, „ertragen, erdulden“], Handlungsregel für das Geltenlassen der religiösen, eth.-sozialen, polit., wiss.-philosoph. Überzeugungen, Normen, Werte und Wertsysteme sowie der ihnen entsprechenden Handlungen Andersdenkender. Als Gedanken-, Glaubens- und Gewissensfreiheit hat die T. im Staatsrecht, in den Grundrechten und in den Menschenrechten zunehmend Rechtsverbindlichkeit erlangt. T. ist eine der Grundbedingungen für Humanität und Demokratie (…)

Aus 3.)
siehe Stichwort „Toleranz“
Ich will hier als Gegenwert nur diesen Miniauszug herausschreiben:
(…) In der Philosophie ist das Problem der Toleranz mit der Frage nach Wahrheit und Freiheit verbunden: Gibt es „die Wahrheit“ im Besitz von Einzelnen oder Gruppen und wie verhält es sich mit Freiheit gegenüber dem als „Wahrheit“ Angesehenen? (…)

Definition hin oder her: Der Toleranzbegriff bleibt etwas Subjektives und kann sich hie und da, früher wie heute, auch mal querstellen.

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