Über Prokrastination


„Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde kein Werk fertig.“ Dieser Satz von Mark Twain trifft mir voll ins Herz.
Ohne Zeit- und Termindruck, nun ja, da prokrastiniere ich unendlich. Hallo Infinity.

Da scheint schon am Morgen die Sonne so hell, dass sie den Bildschirm blendet. Dann drängt mich mein Outdoor-Herz hinaus in die Natur.

Puh, bin ich heute schon viel gesessen!, sagt nach einer Stunde Sitzens am Schreibtisch mein Sportlerherz.

Die Post, immer so viel Post! Mein Mailserver spuckt heute besonders viele interessante Newsletter aus, sagt mein nach neuen Ideen geiferndes Herz.

Und da ich meine Geschichten und Bücher mit dem Fokus „Mama auf Reisen“ schreibe, muss ich natürlich viel unterwegs sein und dafür organisieren, sagt mein unruhiges Reiseherz.

Und dann renne ich wie eine Irre in der Wohnung hin und her und weiß genau: Ich müsste sitzen, sitzen, einfach nur sitzenbleiben, denn dann kommen die guten Gedanken, die ich zur Auflösung des Prokrastinationsprozesses brauche, von selbst. Wider besseres Wissen renne ich jedoch weiter in der Wohnung umher. Bis ich an meinem Stopp-Schild ankomme.

Dies habe ich mir groß an den Kühlschrank gepappt, und es sagt mir ganz einfach: Stopp! Nicht in den Kühlschrank gucken, sondern sitzen. Setz dich. Es ist dir doch wichtig, fertigzuwerden, oder? Es wird auch diesmal gehen. Es ist bisher immer gegangen. Du willst doch …

Das klappt bei mir. Aber es brauchte ein Stoppschild.
Hinzu kommt, dass es nach 14 Tagen „Absehens“ nicht mehr wirkt. Dann braucht es eine neue Farbe, neues Design, neue Größe.
Ja, diese Arbeit mache ich mir dann. Weil es hilft, gegen Prokrastination. Gern auch Aufschieberitis genannt.

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