Über Mamas auf Reisen

Seit meine vier Kinder aus dem Haus sind, reise ich gerne.

Als aber meine vier Kinder noch klein waren, war Verreisen mit höchstem Aufwand verbunden. Da reiste eher mein Mann gerne in neue Gegenden, während ich mir wünschte, immer an den selben Ort zu fahren: Wo ich wusste, wie die Pension ausgestattet war, wie weit der nächste See war und ob die Kinder schon allein dorthin konnten; ob es in der Küchenausstattung einen „Fläschchenauskocher“ gab, ein Reisebettchen, und wie groß dieses war, mit Kissen oder ohne, würde mein Kleines darin schlafen oder nicht…

Mama bleibst du dein Leben lang.

Das Kümmer-Gen ist in uns angelegt. Immer soll es dem Kinde (den Kindern) gutgehen. Es soll immer lachen, am besten nie weinen, denn letzterem zuzusehen hält Mama kaum aus. Man findet (hoffentlich) tröstende Worte. Auch noch, wenn die Kinder groß sind und Liebeskummer haben, wenn der Geldbeutel gestohlen wurde, wenn der Führerschein nicht beim ersten Mal klappt, wenn das erste Auto einen Motorschaden hat, weil nämlich die Kühlwasserwarnleuchte übersehen wurde. Auch noch, wenn sie betrunken aus dem Club heimkommen wollten, aber in der S-Bahn eingeschlafen sind und im Betriebshof landeten und das Handy gerade kein Guthaben aufwies. Auch dann noch, wenn sie arbeitslos werden oder wenn eine Beziehung zerbricht.

Mama bin ich, ob ich zu Hause bin oder wegfahre. Ob auf Reisen oder am Herd. Immer denke ich an die Kinder. Sind sie versorgt? Geht‘s ihnen gut? Wo braucht man mich? Manchmal aber auch so: Ich will nur noch weg. Hoffentlich braucht man mich nicht.

Und dann wieder: Ich habe eine Reise im Wohnmobil geplant – Mama, kannst du mir den Kleinen für eine halbe Woche abnehmen? Klar kann ich. Und ich verschiebe die Abfahrt.

Sind wir Mamas noch zu retten? Nur dann, wenn wir trotzdem verreisen. Dann lasst uns eben zusammen mit den Kindern wegfahren. Mit einzelnen Kids oder paarweise oder mit allen zusammen. Selbst dann, wenn sie schon selber aus ihrem Berufsalltag angereist kommen können. Wenn sie ihre Partner*innen mitbringen und bereits eigene Kinder dabeihaben. Welch ein Glück fühlt Mama in dem Moment, wenn sie alle beisammen sind!

Ich liebe Reisen. Ich gönne es mir. Und erlebe dabei die aufregendsten Dinge. Vor allem aber immer noch dann, wenn ich mit ihnen unterwegs bin, mit eben ihnen, den Kindern, die jung sind, die mich mutiger machen, als ich es alleine wäre. Es ist und bleibt spannend, mit den Kindern!

Und wieder fällt mir siedend heiß ein, während ich hier an diesem tollen und abwechslungsreichen Strand sitze: Ich hab ja den Kindern noch gar nicht geschrieben, wie es mir geht und wie es hier ist. Dabei bin ich schon eine Woche unterwegs. Jetzt aber schnell eine Nachricht verfasst und gesandt! Schließlich sollen sie immerdar wissen, wo ich bin und wie es mir geht. Mein Leben lang. Uff.

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